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santesten Art, wie Versicherungshaken bei Uhren, Versicherungsschlösser,
Pendel und Schwungräder u. dgl. m.
Das Assekuranzgeschäft hat unter allen Formen der Versicherung
vor allem aus die Aufgabe, beim Eintritte bestimmter zufälliger Störungen
gewisse Verluste zu ersetzen. Es ist ein Schadenersatzgeschäft,
ein Kompensationsgeschäft. Wir können es mit der mechanischen Kompensation -
vergleichen, welche ihre Kraft aus zufälligen Kraftüberschüssen
des Mittels sammelt, um dieselbe bei zufälligem Kraftmangel wieder abzugeben. ¬
Das Schwungrad sammelt die überschüssige Kraft der Maschine
in den kleinsten Partikelchen und ganz allmälig, gibt sie aber dann in
jeder beliebigen Größe momentan ab, sobald die Maschine selbst ihre
Wirkung zufällig unter das mittlere Maß herabmindert.
Und dieses Prinzip des Schwungrades, zu sammeln,
wo sich kleine Ueberschüsse zeigen, und momentan dort
abzugeben, wo Mangel eintritt, ist es nicht der ganzen Oekonomie -
eigen, wirken nicht die Spekulation, der Verkehr, der Haushalt,
die Unternehmung ganz in demselben Sinne, ja, was ist das Versicherungsglückspiel -
anders als ein Schwungrad, das bei Vielen kleinste Ueberschüsse ¬
sammelt, um sie Wenigen, momentan in Stockung gerathenen,
allsogleich abzugeben?
In dem bereits zitirten Werke bezeichnet Herrmann die Assekuranz,
oder, wie er sie nennt, das Versicherungsglückspiel, als eine
der höchsten Stufen der wirthschaftlichen Kompensation.
„Hier wurde das Sparen, d. h. das Ansammeln großer Fonds in
kleinen Beträgen zu Versicherungszwecken mit einem Glückspiele verbunden, -
das nur in Fällen der Störung die Fonds dem Versicherungswerber -
verabfolgt. Weil das Glückspiel nur zu Versicherungszwecken
dient, und nicht zur Bereicherung durch unerwarteten Gewinn, hat es
einen Theil seiner Glückspielsnatur eingebüßt, und anstatt die
Abenteuerlust und das Spielvergnügen zu erhöhen, hilft
es gerade im Gegentheil den Spielcharakter der meisten
Handlungen und Unternehmungen des Menschen dämpfen.
Nur für den Versicherungsunternehmer bleibt es großentheils noch reines
Glückspiel von exakter Organisation mit wesentlich verminderten Gefahren. -
„Im Versicherungslotto haben wir zwei wesentlich verschiedene
Zweige zu unterscheiden. Der eine besteht in dem reinen Versicherungslotto, ¬
bei welchem nur eine Kompensation des Zufalls stattfindet. ¬
Hier werden nur Risikoprämien, daher nur geringe Einlagen
gefordert. Hieher gehören die Feuer-, Hagel-, Transport-, Spiegelglasversicherung ¬
u. s. w. Der andere Zweig bildet eine Kombination
aus dem Versicherungslotto und der Amortisation durch
Spareinlagen. Die Prämien sind nicht nur einzelnen Risiken angepaßt,
sondern bestehen auch noch zu einem Theile aus Amortisationsraten des
ganzen Kapitals für die Zerstörung durch alle nur möglichen Gefahren.