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Rothvogel habe ihn hierauf gefragt, warum er denn nicht die
Frau und die Kinder umbringe, worauf er jedoch nicht geantwortet, -
indem er nicht weiter habe auf ihn hören wollen. Dann
sey er sogleich von dem Hause weggelaufen. Weiter wisse er von
der Sache nichts. Beide Indianer stimmten darin überein, daß
sie nichts unversucht gelassen hätten, um Rothvogel von seinem
mörderischen Vorhaben abzubringen.
Nach Aussage anderer Zeugen hatte Lipcap nach seiner Ermordung -
mehrere Stiche in den Lenden, im Unterleibe und in
der Brust, war skalpirt, und schien durch den Rücken geschossen
zu seyn. (Aus dem New-York Statesman abgedruckt im Boston
Daily Advertiser vom 7. Januar 1829.
Das Ende der Verhandlung und der Urtheilsspruch sind derzeit -
noch nicht bekannt.
D. H.
Kürzere Notizen aus Americanischen Blättern.
Mitgetheilt von Herrn Kammerjunker Carl von Schirach.
Der Rhode Island American vom 27. März d. J. enthält -
einen Criminalfall, aus welchem man ersieht, wie vielen
Einfluß ein einnehmendes Aeußere auf das Gericht wie auf das
Publicum hat. Mary Lynch, war des Diebstahls eines Taschenbuchs -
mit 12 Dollars, welches einem ihrer eigenen Landsleute,
Namens Lundy, gehörte, bezüchtigt. Sie war erst 16 Jahre
alt, vor wenigen Monaten von Ireland gekommen und von einer
in den unteren Ständen ungewöhnlichen Schönheit, besaß keine
Verwandte, Freunde, Geld, und ihre verlassene Lage erweckte
für sie allgemein das lebhafteste Jnteresse. Selbst der Gerichtshof -
legte dieß an den Tag, obwohl die Jndicien im hohen Grade
gravirend waren. Wir wollen nicht behaupten, heißt es in dem
obgenannten Blatte, daß ein Frauenzimmer von gewöhnlichem
Aeußeren denselben Eindruck erregt hätte, aber man muß auch
nicht die besseren menschlichen Gefühle zu genau prüfen. Selbst
Max-Planck-Institut für
DFG
europäische Rechtsgeschichte