De interd. s. extraord. act., quae pro his compet. 63
auch denjenigen Descendenten des Freilassers beilegen müssen,
auf welche der Auspruch auf operae officiales kraft ausdrücklicher ¬
Erstreckung der Zusage oder kraft unmittelbarer
Beerbung übergegangen war, 61
obgleich ihnen das gesetz62) ¬
Allein, abgesehen davon,
liche ius patroni nicht zustand.
daß in den hierher gehörigen Fällen das gesetzliche ius patroni ¬
jener Descendenten des Freilassers nicht sowohl fehlte,
Zeit ruhte, nach Beseitigung des jene
als vielmehr zur
63)
Ruhe bedingenden Grundes aber von selbst auflebte:
immerhin war ein Stück des Patronatrechtes, nämlich das
vertragsmäßige, auch hier, als eigenes Recht der Patronskinder ¬
gegenüber den väterlichen Freigelassenen *4), actuell
vorhanden; und so läßt sich füglich auch für diese Fälle
von einem Liberten reden, cui patronus operas indicere
vult. Demgemäß erscheint auch hier, wie in den gewöhnlichen ¬
Fällen, unser Interdict keineswegs als rei familiaris
causa, d. h. zum Schutze von Vermögensverhältnissen,
vielmehr im Gegensatze dazu iuris sui tuendi causa, d. h.
zum Schutze von Familienrechten, gegeben, genau auf
61) L. 22 §. 1. l. 5. l. 7 §§. 6—9. l. 37 pr. D. de O. L.
38, 1. l. 70 i. f. D. de V. S. 50, 16.
62) L. 51 D. de O. L. 38, 1 (Paul. lib. 2. manualium):
Interdum operarum manet petitio, etiamsi ius patroni
non sit: ut evenit in fratribus eius, cui adsignatus est
libertus, aut utpote alterius patroni exstante alterius
patroni filio. Vgl. zum Schlußsatze Gai. III, 60. Paul.
III, 2 §. 1. Ulp. XXVII, 2 sq. l. 23 §. 1 D. de B.
L. 38, 2. l. 3. §. 7 D. de legit. tut. 26, 4. S. auch
l. 5 §§. 1 sq. D. de assign. lib. 38, 4.
63
L. 5 §§. 1 sq. cit. D. de assign. lib. 38, 4. l. 3 §. 7
D. cit. de leg. tut. 26, 4. l. 23 §. 1 cit. D. de B.
L. 38, 2.
64)
S. Leist a. a. O. Thl. 4 S. 486 ff. Thl. 5 S. 251 f.