Metadaten : Beeg, Johann Kaspar: ¬Die Reformfrage des Gewerbewesens in den sieben älteren Theilen des Königreichs Bayern

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ihn  gewaltsam  zwingt  im  Dienstverhältniß  zu  bleiben.  Die  eventuelle
Reduction  einer  zu  großen  Gehilfenzahl  ist  demnach  nur  eine  nach
Recht  und  Billigkeit  sich  regelnde  Ausgleichung  und  Herstellung  der
richtigen  Verhältnisse.  Was  ferner  die  Annahme  betrifft,  daß  es  seiner
Zeit  an  Gesellen  mangeln  dürfte,  um  dem  vorhandenen  Arbeitsbedürfniß ¬
  zu  genügen,  so  brauchen  wir  deßhalb  gewiß  wenig  Sorge  zu
tragen.
Daß  jeder  Geselle  schleunigst  Meister  werden  wird,  ist  nicht  zu
fürchten.  Abgesehen  davon,  daß  immerhin  noch  gewisse  gesetzliche  Beschränkungen ¬
  aufrecht  erhalten  werden  dürften,  gehört  zum  Wollen
auch  das  Können  und  die  größere  Mehrzahl  unserer  jungen  Gehilfen
wird  immerhin  geraume  Zeit  im  Dienstverhältniß  bleiben  müssen,  bis
die  erforderlichen  Mittel  aufgebracht  sind,  ein  eigenes  Geschäft  zu  begründen. ¬
  Ein  effectiver  Mangel  an  Gehilfen  ist  demnach  wohl  nicht
vorherzusehen,  um  so  weniger,  als  bei  der  jetzt  gegebenen  Möglichkeit
einen  örtlichen  Arbeitsmangel  leicht  zu  weiterverbreiteter  Kenntniß  zu
ingen  und  bei  den  vorhandenen  Reiseerleichterungen  rasch  ein  Zufluß
von  Arbeitern  aus  der  Ferne  erfolgen  kann.  Sind  die  Werkstätten  im
gewerbfreien  Ausland  nach  Bedürfniß  besetzt  und  häufig  sehr  zahlreich,
warum  sollte  —  wenn  eine  freiere  Bewegung  eintritt  —  nicht  auch
die  bayerische  Werkstätte  die  benöthigten  Gehilfen  finden?  Ein  weiterer ¬
  Einwand  gegen  die  Gewerbfreiheit  sagt:
daß  sie  der  Macht  des  Capitales  einennoch  größeren
Spielraum  einräume,  als  dasselbe  bisher  schon
besitzt.
Diese  Behauptung  erweist  sich  bei  genauer  Erwägung,  als  vollständig ¬
  unbegründet.  Der  Macht  des  Kapitals  kann  man  keine  Schranken
setzen,  sie  ist  die  gewaltige  Triebfeder  in  unserem  ganzen  Gewerbsund ¬
  Handelsorganismus;  sie  ist  übermächtig,  und  die  neben  ihr  bestehende ¬
  Macht  der  Intelligenz,  der  Arbeitskraft,  des  Fleißes  ist  bei
unserem  jetzigen  Gewerbswesen  hintangesetzt  und  Dienerin  des  Kapitals ¬
  geworden.  Wer  heute  ein  Geschäft  treiben  will,  sei  es,  welches
es  wolle,  der  wird  geringe  Schwierigkeiten  finden  es  auszuüben,  wenn
er  reiche  Mittel  nachzuweisen  vermag.  Verlangt  ein  Capitalist  die
Concession  zu  irgend  einem  großen  Fabrikunternehmen,  erfolgt  wahrscheinlich ¬
  baldige  Gewährung,  ohne  daß  erst  nachzuweisen  ist,  ob  er
            
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