Full text : Chladni, Ernst Florens Friedrich: Die Akustik

199
Körpers  rühig  bleiben,  darch  Berührunig  oder  überhaupt  durch  Dampfung  dieser  Stellen  alle
andere  Schwingungsarten,  bey  welchen  eine  dieser  Stellen  in  Bewegung  seyn  müßte,  leicht
verhindern,  und  dadurch  die  verlangte  Schwingungsart,  und  den  ihr  zukommenden  Ton  ohne
Beymischung  anderer  darstellen.
15.
Ben  dereinfachsen  raneversalten  Schwringungsare  eine  Saite  is  dieses  Besanmenseyn =
  mehrerer  Schwingungsarten  und  Töne  am  bekanntesten.  Während  die  ganze  Saite  sich
bewegt,  kann  auch  zugleich  jede  Hälfte,  jeder  drite,  vierte,  oder  überhaupt  jeder  aliquote
Theil  seine  Schwingungen  machen,  und  man  hört  alsdenn  außer  dem  Grundtone,  der  als  1
anzusehen  ist,  auch  die  mit  den  Zahlen  2,  3,  4,  5  u.  s.  w.  übereinkommenden  Töne.  Die
einer  jeden  Schwingungsart  zukommende  Krümmung  der  Saite  hat  sodann  nicht  auf  eine
gerade  Richtung  der  Saite,  sondern  auf  die  schon  vermöge  anderer  Schwingungsarten  in
jedem  Augenblicke  vorhandene  Krümmung  derselben  ihre  Beziehung.  Diese  Verbindung
mehrerer  Arten  von  Krümmungen  werde  ich  hier  durch  drey  aus  dem  Anhange  der  Schrift  des
Grafen  Giordano  Riccati  delle  corde  ovvero  fibre  elastiche  nebst  einigen  Bemerkungen
entlehnte  Beyspiele  erläutern.
16.
Wenn  man  die  zwey  Krimmungen  Fig.  5,  BDFADA  und  BGCAGA,  wovon
die  erste  der  einfachsten  Schwingungsart  einer  Saite  (Fig.  1.)  und  die  andere  der  folgenden,
wo  beyde  Hälften  schwingen,  (Fig.  2.),  zukommt,  beysammen  sich  vorstellen  will,  so  verlängere ¬
  man  die  dem  willkührlich  angenommenen  Puncte  H  zukommende  Ordinate  HD
soweit  als  nöthig  ist,  gegen  den  Punct  E,  mache  DE  —  GH,  und  lasse  die  Krümmung
BEF2EA  durch  alle  auf  gleiche  Art  zu  bestimmenden  Puncte  gehen;  diese  krumme  Linie
wird  die  Saite  bey  ihrem  ersten  Zustande  der  Ruhe  annehmen.
ni  thn
Nach  dem  vierten  Theile  einer  Schwingung  der  ganzen  Saite  hat  jede  Hälfte  eine
halbe  Schwingung  vollbracht,  und  in  dem  Augenblick  hak  die  Saite  eine  Gestalt  wie
BDE2DA.  MNach  einer  halben  Schwingung  der  ganzen  Saite,  und  einer  ganzen  Schwingung ¬
  jeder  Hälfte  hat  sie  eine  Krümmung  wie  BGC2GA,  aber  in  einer  umgekehrten  Lage.
Hierauf  nimmt  sie,  wenn  1  einer  Schwingung  der  ganzen  Saite  und  1½  Schwingungen  jeder
Hälfte  vorüber  sind,  wieder  eine  Gestalt  an,  wie  Bdfzda,  Endlich  wenn  eine  Schwingung
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer