Volltext : Allgemeine oesterreichische Gewerbs- und Handels-Gesetzkunde (4)

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qune  intendit  ipsos  obligare  virtute  religionis  vel  charitatis  ad
anplicandos  hujusmodi  fructus  superfluos  in  usus  pios,  tamquam
bona  dicata  Deo  et  ex  pietate  donata;  oder  mit  andern  Worten:
die  Beneficiaten  können  frei  disponiren  über  alle  Früchte  ihres  Beneficiums, ¬
  jedoch  ist  es  ihre  heilige  Pflicht,  das  Uiberflüßige  dieser  Einkünfte
zu  frommen  Zwecken  zu  verwenden.  Thun  sie  dieses  nicht,  so  versündigen
sie  sich  schwer,  wenn  sie  auch  nicht  zur  Restitution  verhalten  werden  können.
Recht  treffend  schreibt  in  dieser  Beziehung  Benedikt  XIV.  (de  synod.  dioec.
17.  c.  2.  n.  14.):  Urgeant  Episcopi  et  inculcent  suis  Clericis,
ex  Ecclesiae  stipendiis  victitantibus,  gravem  obligationem,  quam
habent,  elargiendi  pauperibus  aliisve  piis  usibus  applicandi,  sibi
redundantes  ecclesiasticos  reditus,  sed  adhuc  latentem  hujus
obligationis  originem  non  investigent  (der  gelehrte  Papst  will
nähmlich,  daß  man  in  den  Diöcesansynoden  nicht  definitiv  entscheide,  ob
die  Cleriker  wahre  Eigenthümer  der  Früchte  des  Beneficiums  seien  oder
nicht);  ut  enim  ajebat  Cardinalis  Bellarminus  (in  epistola  ad
Theanensem  Episcopum  nepotem  suum  controv.  8.  et  9.)  parum
refert  determinare,  unde  illud  proveniat  gravis  obligationis  vinculum, ¬
  quo  caeteroquin  omnes  Beneficiarios  obstringi,  indubitanter ¬
  scimus:  Non  disputo  (inquit  Bellarminus)  quaestionem
illam,  an  Praelati  sint  vere  domini  redituum  Ecclesiasticorum
et  an  teneantur  restituere,  quae  male  expenderunt.  Parum
enim  refert,  utrum  Praelatus  damnatur  ad  inferos,  quia
peccavit  contra  justitiam,  an  quia  peccavit  contra  charitatem,
non  bene  distribuendo  facultates  suas.  Solum  quaero,  in
quos  usus  debeat  expendere  suas  Ecclesiasticas  facultates,
ut  non  amittat  vitam  aeternam.  Darauf  sollten  alle  Beneficiaten
beständig  Rücksicht  nehmen,  besonders  aber  bei  ihren  letztwilligen
Anordnungen.  Ist  es  auch  von  allen  Veschränkungen,  denen  die
Geistlichen  bezüglich  ihrer  Testamente  über  ihr  Vermögen  unterworfen
waren,  abgekommen  (Conc.  Constant.  p.  II.  tit.  24.):  so  bleiben  die
Cleriker  dennoch  an  das  alte  Kirchengebot  gebunden,  durch  ihre  letztwillige ¬
  Anordnung  jene  Früchte  des  Beneficiums  frommen  Zwecken  zuzuwenden, ¬
  welche  sie  über  ihren  anständigen  Unterhalt  bezogen  haben;
jedoch  bleibt  es  nach  der  heutigen  Praris  ihrem  Gewissen  überlassen,
nach  ihren  besonderen,  Anderen  unbekannten  Verhältnissen  zu  prüfen,
ob  die  Anordnung,  die  sie  machen,  von  der  Art  sei,  daß  Niemand  Anderer, ¬
  außer  den  im  Testamente  Bedachten,  einen  gegründeten  Anspruch
auf  ihren  Nachlaß  stellen  könne,  und  sie  selbst  über  die  Beobachtung
jenes  Gebotes  vor  Gott  Rechenschaft  abzulegen  vermögen.  Nie  sollen
            
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