Metadaten : Ideen zu einer erneuerten Kritik der Vernunft - Kritik der Urtheilskraft (Theil 1)

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Die  Frage  der  Kritik  nach  der  Möglichkeit  einer  objektiven -
  Erkenntniss  hat  eine  doppelte  Seite:  sie  verlangt
Aufschluss  1)  über  das  Wesen  einer  objektiven  Wahrheit, -
  und  über  die  innere  Bedeutung  der,  in  der  menschlichen -
  Natur  enthaltenen  Aufgabe,  eine  solche  zu  suchen;
und  sodann  2)  über  die  Zulänglichkeit  der  Erkenntnisskräfte -
  zu  der  Lösung  dieser  Aufgabe.  Nur  die  Beantwortung -
  der  ersten  Frage  kann  das  Kriterium  zur  Lösung -
  der  zweiten  geben.
Worin  eine  objektive  Wahrheit  bestehe,  muss  zuvor  gewufst -
  werden,  ehe  man  urtheilen  kann,  ob  die  Fähigkeiten
des  Geistes  hinreichend  seyen,  dieselbe  hervorzubringen;  denn
nur  die  Kenntnifs  dessen,  was  die  Natur  einer  Sache  ausmacht, -
  kann  uns  mit  den  Erfordernissen  zur  Hervorbringung
derselben  bekannt  machen,  und  nur  in  der  Vergleichung  des
Erkenntnifsvermögens  mit  den  Erfordernissen  zur  Erzeugung
objektiver  Wahrheit  kann,  wie  wir  oben  gezeigt  haben,  eine
Kritik  der  Vernunft  bestehen.  Nun  braucht  man  nur  sehr  geringe -
  und  oberflächliche  Kenntnifs  der  Geschichte  der  Philosophie -
  zu  besitzen,  um  sogleich  zu  bemerken,  dass  die  Beantwortung -
  der  erstern  von  den  hier  aufgestellten  Fragen  beständig, -
  selbst  da,  wo  die  zweite  einer  nicht  unbedeutenden
Aufinerksamkeit  gewürdigt  wurde,  mit  einer  fast  auffallenden
Nachlässigkeit  behandelt  worden  sey.  Was  objektive  Wahrbeit -
  sey,  ward  meistentheils  als  eine  allgemein  bekannte  und
sich  von  selbst  verstehende  Sache  vorausgesetzt,  und  die  gewöhnliche -
  Umschreibung,  dafs  sie  eine  allgemeingültige,  und
nothwendige  Zustimmung  fordernde  Erkenntnifs  sey,  macht
uns  nicht  im  geringsten  genauer  mit  dem  Wesen  derselben
bekannt,  weil  sie  ein  identischer  Satz  ist,  und  ganz  und  gar
nichts  weiter  darüber  aussagt,  wie  eine  Wahrheit  beschaffen
seyn  müsse,  welche  auf  nothwendige  Zustimmung  Anspruch
machen  dürfe.  Gewöhnlich  war  man  zufrieden,  wenn  man
ax-Planck-Institut  für  Bildungsforschung
            
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