Full text : Hug, Gallus J.: ¬Die christliche Familie im Kampfe gegen feindliche Mächte

61  -welch' -
  ein  Geist  herrsche  in  Schulen  und  Anstalten,  welche
sie  ihrer  Ausbildung  wegen  zu  besuchen  haben,  —  wenn
ihr  diesem  nachfragtet,  wäre  das  zu  viel  oder  nur  das
Allernothwendigste  verlangt?  Oder  denket  ihr  etwa,  dies  alles
verursache  zu  viel  Mühe  und  Arbeit?  Aber,  saget  einmal,
wer  aus  euch  machte  schon  unter  Thränen  und  Angst  eine
mühsame  Tagreise  wie  Maria  und  Joseph?  Wer  aus
euch  brachte  jemals  eine  Nacht  zu  wie  Maria  und  Joseph
als  sie  an  jenem  Abende  das  göttliche  Kind  nicht  mehr
hatten?  Wer  weinte  und  betete  jemals  nur  eine  halbe
Stunde  für  seine  Kinder,  welche  in  später  Nacht
noch  nicht  heimgekommen  waren?  Wer  ging  nur  einige
hundert  Schritte  vom  Hause  weg,  um  wenigstens  zu  sehen,
woher  sie  etwa  kommen  und  in  welcher  Gesellschaft?  Ach
Gott,  wie  wirds  so  vielen  Eltern  sammt  ihren  Kindern
in  der  Ewigkeit  ergehen?  Sie  wollen  dem  Beispiele  von
Maria  und  Joseph  nicht  folgen  und  werden  daher  keinen
Antheil  haben  an  Gottes  Herrlichkeit.
Die  Eltern  haben  also  die  schwerste  Verpflichtung,
über  ihre  Kinder  zu  wachen,  wenn  auch  allerlei  Mißhelligkeiten -
  damit  verbunden  sind.  Diese  Sorge  kann  viel
Böses  verhindern,  aber  nicht  alles,  wenn  nicht  auch  die
Jugend  das  Ihrige  thut.  Was  nun  diese  zu  thun  habe,
wird  uns  klar  aus  der  Antwort  des  göttlichen  Knaben
Jesus.
Betrachtet  also  die  Antwort  des  göttlichen  Knaben
„Wußtet  ihr  nicht,  daß  ich  in  dem  sein  muß,  was  meines
Vaters  ist?"  Das  sind  Worte  nicht  des  Tadels,  sondern
der  Belehrung  und  des  Trostes.  Was  will  denn  der
Heiland  damit  sagen?  In  euerer  Liebe  suchet  ihr  mich
mit  Schmerzen;  aber  ihr  hättet  nicht  so  betrübt  sein
sollen;  denn  ihr  wisset  doch,  wie  ich  euch  gehorsam  bin,
wie  ich  aber  in  Allem  den  Willen  meines  himmlischen
Vaters  und  all  jene  Thaten  ausführen  soll,  welche  er  mir
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Max-Planck-Institut  für  Bildungsforschung
N

Digtalsierungsvorage.
DErzbischöfliche  Diözesan
nd  Dombiblic
            
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