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Die ausgesuchten sortirten und geputzten Hadern
werden in einen Verschlag, oder (Handwerksmäßig zu
reden) in einen Zeug-Kasten, welcher mit steinernen
Platten gepflastert ist, Lagweis, etwa 2 einen halben
Schuh hoch, auf einander hineingelegt, alsdann mit Wasser ¬
übergossen, damit sie sich erwärmen, und zur Faulung ¬
gelangen können. Diese ganze Lage wird mit einer ¬
alten groben Leinwand zugedeckt, damit kein Staub,
oder anderer Unrath darauf komme; solchergestalten läßt
man sie 8 oder 10 Tage unberührt liegen. Nach Verlauf ¬
dieser Zeit werden die Hadern umgewendet, und
wieder auf 8 Tage, wie vorher zugedeckt in Ruhe gelassen, ¬
dann endlich nach dieser Zeit zerschnitten. Wäre
aber ein Haderreißer vorhanden, so müßten die Hadern
vor besagter Faulung zerschnitten werden, weil solches
nach der Faulung zu beschwerlich fallen möchte.
Bey der erst erwähnten Hadernfaulung ist aber
hauptsächlich in Acht zu nehmen, daß, je feiner die Hadern ¬
sind, sie auch desto geschwinder zur Faulung gelangen; ¬
dahero die feinsten nicht über 6 Tage ohne umgewendet ¬
zu werden, und nach der Umwendung nur 3 oder
4 Tage liegen bleiben müssen, weil sonsten der Zeug
einen beträchtlichen Abgang leiden würde. Hierbey ist zu
erinnern, daß besagte Umwendung der Hadern deßwegen
genau zu beobachten, und nöthig sey, weil ohne derselben ¬
die Faulung sehr ungleich, die mittern und untern
Hadern weit mehr, als die obern erwärmt, mithin die
Ungleichheit, und endlich ein schädlicher großer Abgang
verursachet, und erfolgen würde.
Eben aus dieser Ursache ist gemeldet worden, daß
die Hadern nicht über 2 einen halben Schuh müssen
auf einander gelegt werden, denn wenn sie, wie gebräuchlich ¬
5, 6, auch 7 Schuh hoch liegen, so kann
unmöglich eine Gleichheit in der Faulung getroffen werden, ¬
indem die mittleren eine weit größere Wärme ha¬