Contents : Allgemeine oesterreichische Gewerbs- und Handels-Gesetzkunde (3)

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Die  ausgesuchten  sortirten  und  geputzten  Hadern
werden  in  einen  Verschlag,  oder  (Handwerksmäßig  zu
reden)  in  einen  Zeug-Kasten,  welcher  mit  steinernen
Platten  gepflastert  ist,  Lagweis,  etwa  2  einen  halben
Schuh  hoch,  auf  einander  hineingelegt,  alsdann  mit  Wasser ¬
  übergossen,  damit  sie  sich  erwärmen,  und  zur  Faulung ¬
  gelangen  können.  Diese  ganze  Lage  wird  mit  einer ¬
  alten  groben  Leinwand  zugedeckt,  damit  kein  Staub,
oder  anderer  Unrath  darauf  komme;  solchergestalten  läßt
man  sie  8  oder  10  Tage  unberührt  liegen.  Nach  Verlauf ¬
  dieser  Zeit  werden  die  Hadern  umgewendet,  und
wieder  auf  8  Tage,  wie  vorher  zugedeckt  in  Ruhe  gelassen, ¬
  dann  endlich  nach  dieser  Zeit  zerschnitten.  Wäre
aber  ein  Haderreißer  vorhanden,  so  müßten  die  Hadern
vor  besagter  Faulung  zerschnitten  werden,  weil  solches
nach  der  Faulung  zu  beschwerlich  fallen  möchte.
Bey  der  erst  erwähnten  Hadernfaulung  ist  aber
hauptsächlich  in  Acht  zu  nehmen,  daß,  je  feiner  die  Hadern ¬
  sind,  sie  auch  desto  geschwinder  zur  Faulung  gelangen; ¬
  dahero  die  feinsten  nicht  über  6  Tage  ohne  umgewendet ¬
  zu  werden,  und  nach  der  Umwendung  nur  3  oder
4  Tage  liegen  bleiben  müssen,  weil  sonsten  der  Zeug
einen  beträchtlichen  Abgang  leiden  würde.  Hierbey  ist  zu
erinnern,  daß  besagte  Umwendung  der  Hadern  deßwegen
genau  zu  beobachten,  und  nöthig  sey,  weil  ohne  derselben ¬
  die  Faulung  sehr  ungleich,  die  mittern  und  untern
Hadern  weit  mehr,  als  die  obern  erwärmt,  mithin  die
Ungleichheit,  und  endlich  ein  schädlicher  großer  Abgang
verursachet,  und  erfolgen  würde.
Eben  aus  dieser  Ursache  ist  gemeldet  worden,  daß
die  Hadern  nicht  über  2  einen  halben  Schuh  müssen
auf  einander  gelegt  werden,  denn  wenn  sie,  wie  gebräuchlich ¬
  5,  6,  auch  7  Schuh  hoch  liegen,  so  kann
unmöglich  eine  Gleichheit  in  der  Faulung  getroffen  werden, ¬
  indem  die  mittleren  eine  weit  größere  Wärme  ha¬
            
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