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weil der Regent der von Gott gesetzte Vater und Wohlthäter des Volkes, das allfürsorgende, -
stets wachende Haupt der großen Familie ist. Da der Christ den Fremdling,
sogar den Feind lieben soll, mit welchem Herzen muß er seinem Landesvater zugethan
sein! Gehorsam, weil sonst Recht und Gerechtigkeit nicht herrschen; weil die Wohlfahrt -
des Reiches sonst nicht blühen; weil ohne Gehorsam weder die Gesamtheit noch
der einzelne Unterthan der Segnungen des Friedens und der Eintracht sich erfreuen mag.
Der hl. Paulus schreibt seinem Schüler Citus: „Ermahne sie (die Christen auf der Insel
Kreta), den Fürsten und Herrschaften unterthan zu sein, den Befehlen gehorsam, zu jedem
guten Werke bereit zu sein“ (Cit. 3, 1); denn wer der Obrigkeit sich widersetzt, der empört
sich wider die Ordnung Gottes, der widerstreitet der Herrschaft des Rechtes und ist ein
Feind wider alles, was unter dem Schutze dieser Herrschaft Sicherheit, Frieden und Gedeihen -
hat (vgl. Röm. 13, 1—5).
Der christliche Unterthan bewahret Ehrfurcht, Liebe und Gehorsam gegen seinen
Landesfürsten auch dann, wenn er Beschwerden und Klagen wider die Regierung hat,
eingedenk der Lehre des hl. Petrus: „Ihr Knechte, seid unterthan mit aller Ehrfurcht
den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den schlimmen; denn das
ist Gnade, wenn jemand aus Gewissenhaftigkeit um Gottes Willen Widerwärtigkeiten erträgt -
und mit Unrecht leidet“ (I. Petr. 2, 18 f.). Nie und nimmer unternimmt er etwas
Böses wider die geheiligte Person des Fürsten; nie und nimmer verbindet er sich mit
den Hassern desselben. Er ist gleich gesinnt, wie der ungerecht verfolgte David. Als
dieser und seine Männer im Innern, einer Höhle versteckt lagen und der ihn verfolgende
Saul auch in diese Höhle kam, hetzten die Männer den David: „Siehe, das ist der Tag,
wovon der Herr zu dir gesprochen: Ich will dir deinen Feind ausliefern, daß du an
ihm thuest, wie es gut scheint in deinen Augen." David sprach zu seinen Nännern:
„Der Herr sei mir gnädig, daß ich solches nicht thue an meinem Herrn, dem Gesalbten
des Herrn, daß ich meine Hand an ihn lege; denn er ist der Gesalbte des Herrn. Und
er ließ ihnen nicht zu, sich aufzulehnen wider Saul“ (vgl. I. König. 24,4 f.). Dagegen
betet der christliche Unterthan viel für den Regenten, daß der Allgütige ihm Weisheit
und Stärke gebe, sein großes Amt würdig und gedeihlich zu verwalten, die vielen Versuchungen -
und Gefahren siegbar zu bestehen; daß Gott die dem Gemeinwohl gebrachten
Opfer an Arbeit und Kummer ihm reich vergelten wolle.
c) im Verhältnis zum gesamten Staate.
Diesbezüglich ist der einzelne Unterthan verpflichtet: a) sein Vaterland, d. h. die
bürgerliche Gesellschaft, deren Mitglied er durch Gottes Vorsehung ist, warm zu lieben.
Denn es (das Vaterland) hat seine Wiege treu geschützt; es hat durch die erziehlichen und
religiösen Einrichtungen ihm viel genützt; es hat durch Gesetze und Pflege der Gerechtigkeit
ihm den Genuß der Freiheit, die Freudigkeit des Schaffens, den Gewinn des Erwerbes
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