Volltext : Allgemeine oesterreichische Gewerbs- und Handels-Gesetzkunde (2)

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weil  der  Regent  der  von  Gott  gesetzte  Vater  und  Wohlthäter  des  Volkes,  das  allfürsorgende, -
  stets  wachende  Haupt  der  großen  Familie  ist.  Da  der  Christ  den  Fremdling,
sogar  den  Feind  lieben  soll,  mit  welchem  Herzen  muß  er  seinem  Landesvater  zugethan
sein!  Gehorsam,  weil  sonst  Recht  und  Gerechtigkeit  nicht  herrschen;  weil  die  Wohlfahrt -
  des  Reiches  sonst  nicht  blühen;  weil  ohne  Gehorsam  weder  die  Gesamtheit  noch
der  einzelne  Unterthan  der  Segnungen  des  Friedens  und  der  Eintracht  sich  erfreuen  mag.
Der  hl.  Paulus  schreibt  seinem  Schüler  Citus:  „Ermahne  sie  (die  Christen  auf  der  Insel
Kreta),  den  Fürsten  und  Herrschaften  unterthan  zu  sein,  den  Befehlen  gehorsam,  zu  jedem
guten  Werke  bereit  zu  sein“  (Cit.  3,  1);  denn  wer  der  Obrigkeit  sich  widersetzt,  der  empört
sich  wider  die  Ordnung  Gottes,  der  widerstreitet  der  Herrschaft  des  Rechtes  und  ist  ein
Feind  wider  alles,  was  unter  dem  Schutze  dieser  Herrschaft  Sicherheit,  Frieden  und  Gedeihen -
  hat  (vgl.  Röm.  13,  1—5).
Der  christliche  Unterthan  bewahret  Ehrfurcht,  Liebe  und  Gehorsam  gegen  seinen
Landesfürsten  auch  dann,  wenn  er  Beschwerden  und  Klagen  wider  die  Regierung  hat,
eingedenk  der  Lehre  des  hl.  Petrus:  „Ihr  Knechte,  seid  unterthan  mit  aller  Ehrfurcht
den  Herren,  nicht  allein  den  gütigen  und  gelinden,  sondern  auch  den  schlimmen;  denn  das
ist  Gnade,  wenn  jemand  aus  Gewissenhaftigkeit  um  Gottes  Willen  Widerwärtigkeiten  erträgt -
  und  mit  Unrecht  leidet“  (I.  Petr.  2,  18  f.).  Nie  und  nimmer  unternimmt  er  etwas
Böses  wider  die  geheiligte  Person  des  Fürsten;  nie  und  nimmer  verbindet  er  sich  mit
den  Hassern  desselben.  Er  ist  gleich  gesinnt,  wie  der  ungerecht  verfolgte  David.  Als
dieser  und  seine  Männer  im  Innern,  einer  Höhle  versteckt  lagen  und  der  ihn  verfolgende
Saul  auch  in  diese  Höhle  kam,  hetzten  die  Männer  den  David:  „Siehe,  das  ist  der  Tag,
wovon  der  Herr  zu  dir  gesprochen:  Ich  will  dir  deinen  Feind  ausliefern,  daß  du  an
ihm  thuest,  wie  es  gut  scheint  in  deinen  Augen."  David  sprach  zu  seinen  Nännern:
„Der  Herr  sei  mir  gnädig,  daß  ich  solches  nicht  thue  an  meinem  Herrn,  dem  Gesalbten
des  Herrn,  daß  ich  meine  Hand  an  ihn  lege;  denn  er  ist  der  Gesalbte  des  Herrn.  Und
er  ließ  ihnen  nicht  zu,  sich  aufzulehnen  wider  Saul“  (vgl.  I.  König.  24,4  f.).  Dagegen
betet  der  christliche  Unterthan  viel  für  den  Regenten,  daß  der  Allgütige  ihm  Weisheit
und  Stärke  gebe,  sein  großes  Amt  würdig  und  gedeihlich  zu  verwalten,  die  vielen  Versuchungen -
  und  Gefahren  siegbar  zu  bestehen;  daß  Gott  die  dem  Gemeinwohl  gebrachten
Opfer  an  Arbeit  und  Kummer  ihm  reich  vergelten  wolle.
c)  im  Verhältnis  zum  gesamten  Staate.
Diesbezüglich  ist  der  einzelne  Unterthan  verpflichtet:  a)  sein  Vaterland,  d.  h.  die
bürgerliche  Gesellschaft,  deren  Mitglied  er  durch  Gottes  Vorsehung  ist,  warm  zu  lieben.
Denn  es  (das  Vaterland)  hat  seine  Wiege  treu  geschützt;  es  hat  durch  die  erziehlichen  und
religiösen  Einrichtungen  ihm  viel  genützt;  es  hat  durch  Gesetze  und  Pflege  der  Gerechtigkeit
ihm  den  Genuß  der  Freiheit,  die  Freudigkeit  des  Schaffens,  den  Gewinn  des  Erwerbes
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Digitalisierungsvorlage:
Max  Planck  Institute  for  Hluman  Developme
Sibliothek  de
            
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