41 —
Dritten, den Deleganten, zum Eigenthümer machen. Ulpian begründet ¬
das mit der Analyse der durch die Anweisung hervorgerufenen ¬
Vollzugsleistung: es sei ja im normalen Fall, d. h. wenn
kein Hindernis für den Eigenthumserwerb des Delegatars vorhanden ¬
wäre, die Leistung so zu zergliedern, als hätte der Delegat
dem Deleganten, dieser dem Delegatar gezahlt. Dieser ordo rei
gestae sei also auch für den irregulären Fall maßgebend, daß der
Delegatar aus irgend welchen Gründen selbst nicht erwerben
könne. Dafür dient dann die Schenkung unter Ehegatten als
analoger Fall, ganz wie auch Afrikan diese Analogie ebenfalls
heranzieht. So spricht also Ulpian:
si debitorem suum ei (uxori) solvere jusserit, hic quaeritur, ¬
an numi fiant ejus debitorque liberetur. et Celsus
scribit videndum esse, ne dici possit et debitorem liberatum ¬
et numos factos mariti, non uxoris: nam si donatio ¬
jure civili non impediretur, eum rei gestae ordinem ¬
futurum, ut pecunia ad te a debitore tuo, deinde
a te ad mulierem perveniret: nam celeritate conjungendarum ¬
inter se actionum unam actionem occultari, cétérum ¬
debitorem creditori dare, creditorem uxori, nec
novum aut mirum esse, quod per alium accipias, te
accipere.
Ich habe diese so wohlbekannte Stelle noch einmal im Zusammenhang ¬
citirt, weil sie eben diejenige ausführliche Begründung enthält, ¬
welche die anderen Stellen bei ihren kurzen Entscheidungen
vermissen lassen. Wir erfahren auch, daß die berühmte Construktion ¬
der Wirkungen der Vollzugsleistung nicht erst von Ulpian
selbst, sondern schon von Celsus aufgestellt ist. Ihr hat Julianus
sich angeschlossen, wie wir aus dem folgenden § 13 entnehmen
können:
huic sententiae consequens est, quod Julianus scripsit,