Volltext : Allgemeine oesterreichische Gewerbs- und Handels-Gesetzkunde (2)

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Die  Pferde.
an  das  Euter  schlage.  Man  wäscht  und  bähet  in  dem  Falle  auch  den  Euter  mit
lauwarmen  Seifenwasser,  und  wenn  er  sich  merklich  verhärtet,  reibt  man  ihn  mit
braun  gebratener  Butter  oder  mit  flüchtiger  Kampfersalbe  von  der  Apotheke  ein.
Die  Füllen  werden  dann  mehrentheils  auf  einer  Weidekoppel,  wo  sie  reichliche
Nahrung  haben,  erzogen,  und  dies  ist  ohne  Zweifel  das  bequemste  und  beste.
Wo  hierzu  aber  nicht  Gelegenheit  ist,  können  auch  Füllen,  auf  dem  Stalle  erzogen, ¬
  recht  gut  werden.
Die  Stalfüllen  werden,  wenn  sie  entwöhnt  sind,  angebunden  mit  einem  Halfter, ¬
  der  einen  breiten  Nasenriem  hat.  Man  muß  sie  jedoch  alltäglich  einmal  herauslassen, ¬
  und  wenn  es  auch  nur  auf  den  Wirthschaftshof  wäre;  damit  muß  man
aber  früh  anfangen,  um  das  Füllen  daran  zu  gewöhnen,  ehe  es  zu  munter  wird;
weil  es  sich  sonst  an  Allerlei  beschädigen  könnte.  Man  mec  es  möglichst  zahm  zu
machen  suchen,  indem  man  es  aus  der  Hand  füttert.  Im  ersten  Jahre  ist  es  gleich
sehr  nützlich,  das  Füllen  von  Zeit  zu  Zeit  zu  striegeln  und  zu  bürsten.  Man  muß
es  früh  gewöhnen  seine  Füße  zu  heben  und  sich  daran  klopfen  zu  lassen,  und  im
zweiten  Jahre  muß  ihm  der  Huf  ausgewürkt  werden.  Man  giebt  dann  dem  Füllen ¬
  gleich  etwas  Hafer  und  mäßiges  Heu;  doch  werden  Füllen  bei  grünem  Klee
und  Wickenfutter  im  Sommer  recht  gut.
§.  135.
Das  Pferd  hat  12  Schneidezähne,  6  oben  und  6  unten,  4  Eck=Hunds=Alter  der
Pferde.
oder  Hakenzähne,  und  24  Backenzähne.
Die  Schneidezähne  wechseln  und  an  selbigen  erkennt  man  vor  allem  das  Alter.
So  lange  das  junge  Thier  seine  ersten  Zähne  noch  sämmtlich  hat,  nämlich  2  bis
2½  Jahr  lang,  heißt  es  Füllen.
Im  dritten  Jahre  fallen  die  vorderen  beiden  Zähne,  zuerst  mehrentheils  in
der  unteren  Kinnlade,  aus,  und  die  Lücke  wird  nun  durch  zwei  neue  ausgefüllt.
Diese  unterscheiden  sich  Anfangs  durch  eine  schmutzig  gelbe  Farbe,  haben  oben
eine  Höhlung  von  schwarzer  Farbe,  die  Bohne  genannt.  Jetzt  heißt  das  Thier
ein  junges  Pferd.
Im  dierten  Jahre  wechseln  die  beiden  zunächst  stehenden  auf  eben  die  Weise.
Die  ersten  Wechselzähne  haben  sich  mehr  ausgefüllt,  sind  weißer,  die  braune
Bohne  ist  blasser  geworden.
Jii  2
            
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