Contents : Miscellaneen zum Lehnrechte (2)

292  XII.  Spieß,  vom  Dienste  des  Vasallen
würdige  Stelle  aber  kommt  beim  Scheidt  e)  vor
wo  es  in  den  Beschwerden,  welche  die  Ritterschaft
in  Bayern  Herzog  Georg  dem  Reichen  zu  Landshu
uͤbergeben  hat,  also  heißet:  In  judicibus  intolera
bilis  error.  Non  enim  eliguntur  judices  morantiquo, ¬
  sed  multi  juris  Romani  professores,  pau
ci  magistratus  nobiles  atque  provinciales,  praecipue ¬
  in  superiori  Bavaria  vix  vnus  aut  duo  nobiles ¬
  in  pretorio  eliguntur.  Cum  jus  municipale  seruandum ¬
  sit,  et  antiquae  consuetudines  pro  legibus ¬
  habendae  sint,  fit,  vt  multa  bis  contraria
fiant,  vnde  deceptiones,  errores  et  turbue  oriuntur. ¬
  Illi  enim  juris  professores  nostrum  morem
ignorant,  nec  etiam,  si  sciant,  illis  nostris  consuetudinibus ¬
  quicquam  tribuere  volunt.  Gleiche
Klagen  liest  man  in  der  kleinen,  nur  einen  Bogen
starken  Ludwigischen  Schrift:  Von  Teutschlande
Unheil  aus  Unwissenheit  der  teutschen  Historie.
Hierin  sagt  der  Verfasser.  Er  habe  Protokolle  in
Händen,  da  z.  E.  die  Schlesische  und  Saͤchsische
Ritterschaft  auf  oͤffentlichen  Landtaͤgen  unter  die
Landesbeschwerden  gesetzet  habe:  daß  man  ihre  lehensstreitigkeiten ¬
  auf  Universitäten  schicke,  deren  Fakultaten =
  keinen  Begriff  von  den  deutschen  Lehen  hat
ten,  ihre  Lehensgewohnheiten  durch  die  Longobardi
schen  Gesetze  zum  unwiderbringlichen  Schaden  und
Nachtheil  verkehreten,  und  die  Landstände  mit  den
Landsherrn  in  Zerrüttung  und  Confusion  brächten
daß,  seitdem  die  Lehensachen  Roͤmisch  und  Longobat
dischen  Juristen  in  die  Hände  kämen,  die  deutsche
lehnsgewohnheiten  in  funfzig  Jahren  so  viel  Vet
wit
e)  In  Biblioth,  Göttingens.  p.  281.
            
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