Metadaten : Band (3)

Sechszeh.  Buch.  Besitz.  a.  d.  festen  L.v.  Ital.
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turen  in  keinem  blühenden  Zustande  sind.  Die  Armuth
dieser  so  grossen,  und  ehedem  so  berühmten  Stadt  ist  über
alle  Vorstellung,  und  die  menschenleere  öde  Stille  auf  den
öffentlichen  Plätzen  und  in  den  engen  dunkeln  Strafsen
macht  einen  traurigen  Eindruck.  Die  armseligen  Einwohner -
  schleichen  bleich  und  abgezehrt,  in  Lumpen  gekleidet, -
  einzeln  wie  Gespenster,  in  diesen  Gemäuern  herum,  und
siehet  man  ja  noch  einen  Trupp  Leute  irgendwo  beisammen,
so  ist  es  Spielens  halber,    wo  sie  entweder  Ball  schlagen,
oder  delle  Ballotole  spielen  ;    und  da  fehlt  es  niemals  an
müssigen  Zuschauern.  Mit  einem  Worte:  Padua  ist  tief
herabgesunken,  und  die  ehemalige  sogenannte  Gelehrte -
  (la  Dotta,)  ein  Sitz  der  Unwissenheit  und  des  grössten -
  Aberglaubens  geworden.
Zu  den  Zeiten  der  Römer  war  sie  eine  berühmte  Munizipalstadt, -
  und  zu  Augusts  Zeiten  zählte  man  fünfhundert -
  ihrer  Bürger,  die  römische  Ritter  waren.  In  den
Völkerwanderungen  wurde  sie  zuerst  von  den  Westgothen
unter  Alarich,  und  sodann  von  den  Hunnen  unter  Attila -
  zerstöret.  Theuderich,  König  der  Ostgothen,
liess  sie  wieder  aufbauen,  und  sein  Nachfolger  Totila
richtete  sie  zum  drittenmale  zu  Grunde.  Bei  dem  Einfall
der  Langobarden  wurde  sie  durch  einen  griechischen  Exarchen; -
  der  den  Bachiglione  um  ihre  Mauern  leitete,  beschützt -
  und  befestiget.  Aigulf,  der  Langobarden  König, -
  zerstörete  sie  abermals  gänzlich,  so  dass  sie  erst  nach
zwei  Jahrhunderten  wieder  aufstand.  Und  kaum  war  sie
wiederhergestellet,  so  wurde  sie  unter  Berengars  Regierung
aufs  neue  durch  die  Ungarn  grossentheils  verwüstet.  Im
eilften  Jahrhundert  erhob  sie  sich  endlich  wieder  aus  den
Trümmern;  die  hölzernen  Gebäude  wurden  nach  und  nach
abgetragen,  und  steinerne  an  ihrer  Stelle  aufgeführt.  Von
dieser  Zeit  an  betraf  sie  kein  totaler  Unfall  mehr,
            
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