76 II. Theil. Von einzelnen sog. gesetzlichen Vermächtnissen insbesondere. § 29.
ab intestato35 erbenden36 Descendenz3' des Erblassers, mag diese aus eben
der Ehe herrühren oder nicht,3s gesetzlich nur den lebenslangen39 Fruchtgenuß,* ¬
und zwar nie mehr als an einem Viertheile,*1 aber neben mehr
als drei2 ¬
solchen Descendenten (resp. Descendentenstämmen)'3 den Fruchtgenuß“4 ¬
bloß an einem der resultirenden Kopftheile*5 (Stammestheile) der
Aber ungeachtet der principiellen Abstrahirung von Vermöglichkeit und Vermögenslosigkeit
wird doch noch der ehegattliche Anspruch mit einem Unterhaltsanspruche verquickt ¬
im Cod. Ther., im E. Horten's, im Patent von 1786 (dazu Harrasowsky
IV S. 259 A. 13), selbst von unseren Redactoren (Pfaff und Hofmann S. 734, 736),
ja sogar von Krainz System (u. A. 71).
33 Vgl. Protokolle I S. 455 f. („ab intestato“). Zugleich als Pflichttheil erschien
der Gattentheil im Cod. Ther. und im E. Horten's. — Nicht beistimmen kann ich der
eigenartigen Auffassung in G. U. W. Nr. 11451, 12905 und bei Krainz System II
§ 530 A. 1 (s. letzteren selbst I § 258 A. 22). — Abweichend die Nachbildungen (o. A. 3).
36 So ist das „Vorhandensein" im § 757 zu verstehen, Hüttner ges. Erbf. S. 289 f.,
Pfaff und Hofmann S. 748f.
37 Nach dem Patente v. 1786 § 24 erhielt der Gatte den bloßen Genuß auch neben
solchen Verwandten des Erblassers, die nicht dessen Descendenten sind; dazu cf. Cod.
Theres. 1. c. (aber auch Harrasowsky IV S. 259 A. 13), Protokolle I S. 459.
38 Eine absichtliche Verbesserung des r. R. (und der Erbrechtsordnung von 1720):
s. Protokolle I S. 455 f., Zeiller Comm. h. 1., Hüttner S. 290, Damianitsch im
Jurist VI S. 363 f., Pfaff und Hofmann S. 733 f., 740, 744 f. (gegenüber G. H.
1857 Nr. 12), S. 748 f.
39 Dazu Protokolle I S. 456 ff., Pfaff und Hofmann S. 734, 736, 748. Einen
lebenslangen Genuß gewährt schon die Erbrechtsodg. v. 1720; über die Tiroler L. O. III 20
s. o. § 28 A. 11. Dagegen dauerte der Genuß nur bis zur Wiederverehelichung im Patente
v. 1786 und im Cod. Theres.
40 S. bereits o. A. 20, 39. Nur der E. Horten's ließ den Gattentheil „allezeit
eigenthümlich" zufallen; dazu Harrasowsky IV S. 259 A. 13; der Cod. Theres. wieder
hatte den „Fruchtgenuß" bloß in einem besonderen Falle und nur als ein Maximum.
41 Darin verläßt unser b. G. B. das w. g. G. B., welches immer eine Virilportion
bestimmte, (s. auch schon Beckmann idea juris statut. S. 192) und nähert sich den Erbrechtsgesetzen ¬
v. 1786 und 1720; dazu s. Protokolle I S. 458 f. und schon Harrasowsky
IV S. 259 A. 13. S. auch ital. G. B. a. 753. De lege ferenda Pfaff und Hofmann
S. 736 ff., 757 f. und Hofmann in Grünhut's Ztschr. I S. 550. Das Luzerner G. B.
I. c. und § 429 verläßt diesfalls das a. b. G. B.; desgleichen theilweise der u. E. § 33.
42 Hinsichtlich der gesetzlichen Formulirung s. Pfaff und Hofmann A. 57.
13 Protokolle I S. 455 f., Zeiller Comm. h. 1., Unger A. 5 und Citate, Pfaff
und Hofmann S. 749.
44 Gegen Grünberg in Haimerl's Magazin IV Nr. 9 s. Unger A. 6 und
Citate, auch Würth Nr. 133 f. (namentlich auf Grund der geschichtlichen Entwickelung),
Pfaff und Hofmann A. 34a, Krainz II § 489 A. 7, Larcher in der G. H. 1883
Nr. 42. Grünberg stützt sich (für ein Eigenthum des Gatten) auf den ersten Strichpunkt ¬
im § 757, welcher erst nach der Superrevision (Ofner Protokolle I S. 459,
291
II S. 743) angewendet wurde; vgl. übrigens die Interpunction in § 651, 689, 724 f.,
793, 1253 a. b. G. B.
—
43 Nicht passend ist im § 707 „mit jedem Kinde ein gleicher Erbtheil"; doch besser