Inhaltsverzeichnis : Zweyter Band (2)

ACHTES  BUCH.  VII.  KAPITEL.
175
ren  *)  wird  nach  der  Anzahl  der  Zolle  benannt,  welche  die  Platten,
bevor  sie  krumm  gebogen  werden,  in  der  Breite  halten:  und  so
heifst  eine  Röhre,  welche  aus  einer  50  Zoll  breiten  Platte  verfertiget -
  wird,  eine  funfzigzöllige  Röhre,  und  so  weiter  in  Ansehung -
  der  übrigen.  Diess  die  Einrichtung  einer  bleyernen  Röhrleitung! -

Trift  es  sich,  dass  die  Quelle  zwar  in  Ansehung  der  Stadt  das
gehörige  Gefälle  hat;  dass  aber  die  darzwischen  liegenden  Berge  nicht
von  einer  Höhe  sind,  welche  hinderlich  seyn  könnte;  so  sind  in
den  Zwischentiefen  genau  abgewägte  Unterbaue  anzulegen  —  substruere, -
  —  gleichwie  bereits  bey  den  gemauerten  Gerinnen  oder
Kanälen  erwähnt  worden  sind;  oder  man  kann  auch,  falls  der  Umweg -
  —  circuitio—  nicht  zu  grofs  ist,  die  Röhren  um  das  Gebirge
herum  führen.  Wofern  die  Thäler  aber  von  grofser  Ausdehnung
0)  Frontin  sagt  Art.  24.  25:  „Der  Model  des  Wassers  wurde  Anfangs  nach  Zollen -
  oder  Unzen  bestimmt.  Nachmals  führte  man  die  Bestimmung  desselben  nach
Quinarien  ein.  Einige  geben  hievon  den  Agrippa  zum  Urheber  an:  Andere  sagen,
Vitruv  habe  es  durch  die  Bleygiesser  —  plumbarii—  zu  Rom  Mode  gemacht.  Erstere
leiten  die  Benennung  daher,  weil  die  fünf  alten  dünnen  Model,  wonach  man  ehedem
das  Wasser,  wenn  es  klein  war,  vertheilte,  als  Punkte,  (puncta  s.  den  Index)  zusammen -
  in  eine  einzige  Röhre  eingeschlossen  wurden.  Letztere  aber  (welche  nehmlich  dem
Vitruv  sammt  den  Bleygiessern  diese  Mode  zuschreiben)  leiten  sie  daher,  weil  eine
Bleyplatte  fünf  Zoll  in  der  Breite  halte,  bevor  sie  krumm  gebogen  werde;  wodurch
denn  jener  Model  der  Röhre  entstehe.  Inzwischen  ist  diess  unbestimmt,  weil  die  Bleyplatte -
  beym  Krummbiegen  innerhalb  enger,  als  aufserhalb  wird.  Es  scheint  mir  daher
weit  wahrscheinlicher,  dass  die  Benennung  quinaria  vielmehr  von  dem  Durchmesser
zu  à  (quinque  quadrantum)  entstanden  sey;  denn  dieses  Verhältniss  findet  auch  in
den  folgenden  Modeln  bis  zur  Vicenaria  statt;  indem  der  Durchmesser  beym  Aufsteigen -
  immer  um  Ein  Viertel  zunimmmt:  als  senaria,  eine  Röhre  von  4  im  Durchmesser;
septenaria,  von  ½  im  Durchmesser,  und  so  weiter  bis  zu  vicenaria.“  Siehe  zur  Erläuterung -
  Tav.  XIX.  Fig.  III.  in  Piranesi's  Rovine  del  Castello  dell  acqua  Giulia  etc-
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer