Metadaten : Ziegler, Johann Friedrich: Ueber Gewerbefreiheit und deren Folgen

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gewiß  gern  verkaufen  wird,  wenn  die  Nachfrage  bei
ihm  nicht  zu  stark  und  es  ihm  um  frühern  Absatz  zu
thun  ist,  als  jener  wegen  der  darauf  verwendeten  mehrern ¬
  Zeit  zu  thun  im  Stande  ist.  Wenn  dies  aber
schon  bei  solchen  der  Fall  ist,  die  ein  Gewerbe  vollständig ¬
  erlernt  haben,  was  ist  von  denen  zu  hoffen
die  ohne  Kenntniß,  aus  bloßer  Habsucht,  eitlem  Stolze,
Verblendung  und  Leichtsinn  ein  oder  gar  mehrere  Gewerbe ¬
  unternehmen?  —  (Der  Hr.  Dr.  Niebler  behauptet ¬
  zwar,  daß  der  Unkundige  und  Unvermögende
nie  ein  Geschäft  übernehmen  werde,  dem  er  nicht  gewachsen ¬
  ist,  allein  die  Erfahrung  hat  uns  schon  hier
am  Orte  allein  sehr  viele  Beispiele  anderer  Art  aufgestellt; ¬
  Dreistigkeit,  Unverschämtheit  und  Betrug,
verbunden  noch  mit  Fonds,  setzen  auch  den  Geschicktesten ¬
  in  den  Hintergrund!)  —
Jch  habe  einem  Mann
gekannt,  dem  zwar  diese  Eigenschaften  nicht  beigelegt
werden  konten,  der  aber,  von  seinem  Herrn  in  dessen
Dienste  er  die  besten  Jahre  seines  Lebens  zugebracht
hatte,  verlassen,  in  Ermangelung  eines  andern  Unterkommens ¬
  zur  unglücklichen  Zeit,  genöthiget  wurde,  um
sich  den  dürftigsien  Unterhalt  zu  verschaffen,  sich  mit
Verfertigung  einzelner  Drechsler=Arbeiten,  namentlich
einiger  Arten  von  Garnwinden,  wovon  er  in  frühern
fahren  einige  Kenntnisse  erlangt  hatte,  zu  beschäftigen. ¬
  Er  lieferte  diese  Arbeiten  recht  nett,  mußte
aber,  wegen  fehlender  Uebung  und  Fertigkeit  so  viel
Zeit  auf  ein  Stück  verwenden,  daß  er  es,  wenn  er
nicht  ganz  ohne  Nutzen,  oder  mit  Schaden  verkaufen
            
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