thumbs : [Produktion vegetabilischer Substanzen] (4)

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Der  Brand  im  Weizen.
mehr  oder  minder  deutliche  Spur  vom  Schwarzwerden  im  Mark  der  Pflanze.
Dennoch  treibt  die  Aehre  manchmal  in  ausgezeichneter  Länge  hervor,  und  hat
Anfangs  ein  gesundes  Ansehn,  ist  aber  doch  dünn  und  mager.  Die  Spelzen
sind  grüner  und  nicht  so  länglicht,  sondern  oft  mehr  rundlicht  gestaltet.  Wenn
die  Aehre  älter  wird,  entdeckt  man  die  durchscheinende  schwarze  Farbe;  doch  ist
die  Spelze  nicht  so  dünn  und  springt  nicht  so  schnell  auf,  wie  bei  der  Gerste,
bei  welcher  sie  gleich  nach  ihrem  Hervortreten  berstet  und  den  schwarzen  Staub
entläßt.  Wenn  der  Weizen  lange  steht,  so  platzt  die  Spelze  zwar  auch,  so  daß
Regen  und  Wind  den  schwarzen  Staub  wegführen  und  das  gute  Korn  dann
nicht  davon  gefärbt  wird.  Wird  aber,  wie  gewöhnlich,  der  Weizen  früher  gemähet ¬
  und  ist  die  Witterung  feucht  und  kühl,  so  bleibt  der  Staub  darin,  wird
mit  in  die  Scheure  gebracht  und  entwickelt  sich  nun  erst  unter  dem  Dreschflegel.
Hierdurch  wird  das  gesunde  Getreide  geschwärzt,  indem  sich  dieser  Staub  besonders ¬
  an  den  feinen  Härchen,  welche  das  Weizenkorn  an  der  Spitze  seiner
Spalte  hat  ansetzt.  Diese  äußere  Färbung,  wobei  das  innere  Korn  vollkommen
gesund  ist  und  bleibt,  nennt  man  dann  den  Nagel,  den  Nagelbrand,  der  Spitzbrand, ¬
  le  bout,  und  verwechselt  dies  am  meisten  mit  dem  Stein=  oder  Kornbrande. ¬
  Da  dieses  bloß  eine  äußere  Färbung  am  gesunden  Korne  ist,  so  hat
sie  auf  seine  innere  Konsistenz  und  Güte  gar  keinen  Einfluß,  kann  jedoch  das
Mehl  allerdings  etwas  schwarz  machen,  wenn  man  das  Getreide  vor  dem  Mahlen ¬
  nicht  davon  reinigt.  Dies  kann  aber  auf  verschiedene  Weise  geschehen:
durch  das  Abwaschen,  welches  dem  Getreide  durchaus  nicht  schadet,  wenn  es
nur  gleich  nachher  vorsichtig  getrocknet  wird,  oder  durch  das  Abdreschen  mit
Gerstenspreu  oder  auch  mit  trocknem  Lehm,  von  welchem  aber  das  Korn  durch
mehrmaliges  Durchlaufen  äuf  der  Staubemühle  forgfältig  wieder  gereinigt
werden  muß.
Die  Krankheit  selbst  hat  ihren  Grund  durchaus  nicht  in  der  Forterbung
durch  Saamen,  sondern  erzeugt  sich  am  meisten  auf  feuchten  und  übergeilen
Boden  bei  feuchter  warmer  Witterung.  Ich  sage  in  der  Forterbung;  denn
daß  ein  unvollkommner  oder  dumpfig  gewordener  Saamen,  in  sofern  er  schwächliche ¬
  Pflanzen  erzeugt,  Veranlassung  dazu  gebe,  ist  allerdings  nicht  zu  leugnen.
Aber  eigentlich  erblich  ist  die  Krankheit  nicht,  weil  der  kranke  Saamen  ganz
            
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