Vorwort.
verbitterten Stimmung war, in der sie geschrieben ist, und
welche ich lebhaft bedauere.
Ich glaube aus dem vollständigen Schweigen der Kritik
entnehmen zu dürfen, daß ich das Schicksal derjenigen zu
theilen habe, welche es wagen, selbstständig zu denken oder
gar, daß sie dies thun, offen auszusprechen. Wer einer
Schule nicht angehören will und nicht um irgend eine Autorität ¬
schwanzwedeln will, der wird, wie es scheint, in der
deutschen Wissenschaft jetzt todtgeschwiegen. Mag man es
auch mit mir versuchen! Ich habe das feste Vertrauen, daß
meine Gedanken alsdann unter fremdem Namen in Curs
gesetzt werden.
Wie die Wissenschaft mir keinerlei Ermunterung gegeben
hat, ein Werk fortzusetzen, zu dessen Vollendung doch jedenfalls ¬
ein gewisser Muth gehört, so habe ich auch in meiner
Vaterstadt nicht die geringste Anregung dazu gefunden, wenn
nicht etwa darin, daß man mir alle und jede Unterstützung
verweigert und mir zu verstehen gegeben hat, solche Dummheiten ¬
doch bleiben zu lassen.
Ich habe diesem zweiten Bande wenig vorauszuschicken.
Die vollständige Theilnahmlosigkeit für mein Werk hat mich
gezwungen, meinen ursprünglichen Plan zu beschränken, indem ¬
ich den Rechtskreis des Handelsgeschäfts in diesen Band
mit aufgenommen habe. Derselbe erscheint jetzt in zwei
Hälften, die zweite wird der ersten sofort folgen.
Der Inhalt beruht fast vollständig auf einem mühsamen
Quellenstudium. Was das Alimentenrecht anbelangt, so
verdanke ich der Güte des Herrn Richter Dr. F. A. Meyer
den größten Theil der Präjudizien. Ich bin diesem Herrn
für die Uneigennützigkeit, mit der er mir die Resultate vieljähriger ¬
fleißiger Sammlung zur Disposition gestellt hat,
zum wärmsten Danke verpflichtet, da es mir vollständig unmöglich ¬
gewesen wäre, ohne seine Beihülfe diesen Rechtstheil