Anl. 4, Nr. 2.
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Nr. 2. Zusatzvertrag vom 24. Juni 1623.
Zu wissen, Alls die Hoch und Wolgebornen Grafen unnd Herren,
Herr Philipps Georg
so dann Herr Johann Philipps, Herr Friderich,
unnd Herr Georg Adolfs, Vettern unnd gebrüedere, Grafen zue Leyningen
unnd Daglpurg, Herren zue Appermonts pp. in erfahrung gebracht, und
berichtet worden, welcher gestalt, bei dero Löblichen Gräflichen, Stambhaufs, ¬
unnd Veste Dachspurg, Graffschafft pertinentien, unnd dero Underthanen ¬
ettwas missverstand unnd strittigkheiten herfür brechen, unnd
leüchtlichen, zue gefehrlicher Consequenz, missVerstand- und Uneinigkeit
aufsbrechen möchten, dafs sich demnach wegen beeder Gräflicher Falkhenburgischer ¬
unnd Hartenburgischer Linien, Hoch unnd wolermelte Herren,
Herr Philipps Georg, unnd Herr Friderich Gevettern, Grafen zue Leyningen
unnd Dagspurg Herren zue Appermonts pp. für sich, und in namen seiner
Herren gebrüedere, sich uff ermeltem Stambhaufs Dagspurg, zuesamen
verfüeget, den in Anno 1613 verfasten, unnd ufgerichten Erbtheilungs
Vertrag vorgelegt, wegen der newen entstandenen Milsverstend genugsamen ¬
bericht eingezogen, beeder Theilen Fundamenta nothürfftig angehöret, ¬
erwogen, unnd darauf sich freund Vetterlich mit einander verglichen
wie folgt.
Alls Erstlichen unnd nach dem uff Hartenburgischer seiten, uff
thödtlich ableiben, Hannssen Forsters clagweiss fürkhomen, dals zwar
derselbe bei seinen lebzeiten, Herrn Graff Philipps Jergen mit Pflicht,
eiden unnd Leibeigenschafft verwandt unnd zuegethan gewelsen, auch
mehrers theils im Dorff Dagspurg gewohnt, So sei es aber an deme dals er
auch auf Hartenburgischer seiten beguettet, ab unnd zuegezogen, seiner
beeder orthen Güeter, selbsten bewohnt, gebaut mit Huldigungs Pflichten,
ebenmessig, auch mit frhon, Diensten obligirt, geweisen, also dals vermög
eines alten Weissungs-articul, der Thodtfall nicht nur den Falkenburgischen
herren, so es für ein Jus personale unnd der leibeigenschaft anhengig
gehalten, sondern auch ratione bonorum reale den Hartenburgischen
Herren verfallen, unnd von den Erben ein zuefordern, So ist abgeredt, und
beschlossen worden, dass beede herren, ihre albereit eingezogene gebühr,
in Handen behalten, auch fürohin in dergleichen begebenden fällen, uff
einer und andern sseiten, allerdings ebenmelsig allso gehalten, unnd von
beeden Herrn der Thodtfall erfordert, unnd eingezogen werden solle.
Zum andern alls in obangedeüteten Dagspurgischen Vertrag der
Capellen ufm Dürrenberg, khein meldung beschechen, unnd in khein lols
khomen, dahero anfseiten Grafe Philipps Georgen, für ein gemein unvertheilt ¬
Gueth, auch den darauf wohnenden Glökhner für einen gemeinen