§ 21. Darstellung des W.R. vom 17. Jahrh. bis zur deutschen W.O. 223
gesetzt dass er noch regrefspflichtig ist; er braucht aber nicht seine
erloschene Wechselverbindlichkeit durch einen neuen Wechsel
wiederherzustellen
Haftung des Acceptanten. Ist der verlorene Wechsel
acceptiert, so bleibt der Acceptant verpflichtet den Wechsel
zu bezahlen3. Wird von dem Bezogenen anerkannt*, dass er den verlorenen ¬
Wechsel acceptiert habe, so kann der Gläubiger mit Wechselprozels ¬
vorgehen und den Acceptanten — gegen genügende Kaution
für den Fall einer späteren Forderung aus dem verlorenen Accept —
zur Zahlung zwingen oder der Acceptant muls gerichtlich deponieren. ¬
Das Gleiche gilt von dem Aussteller des eigenen
Wechsels 5.
Art. 51; Württemberg Kap. 4 § 33; Dänemark § 65; Preufs. Landr.
§§ 1159—1166; Code de comm. Art. 149; Hannover §40; Weimar § 157—159;
Dessau §§ 102—104; Green l. c. S. 6; Bender S. 424, 205; Pöhls S. 597.
3 Leipzig Art. 33; Brandenburg Art. 29; Magdeburg Art. 25; Danzig
Art. 27; Franck lib. 2 sect. 3 tit. 4 § 4.
4 Leugnet der Bezogene, dafs er den Wechsel angenommen habe, so muss
der Kläger das Gegenteil im gewöhnlichen Prozesse beweisen (Phoonsen
Kap. 40 § 14), kann aber, wenn er ein günstiges Urteil erstritten hat, noch Wechselrecht ¬
vollstrecken. Art. 43 Brandenburg setzt dies besonders deutlich auseinander; ¬
Leipzig § 33; Danzig Art. 37; Österreich Art. 31; Preufs.
Landr. §§ 1177, 1178; Dessau § 107.
5 Phoonsen Kap. 30 §§ 9—13; Franck l. c. § 9, sect. 7 tit. 15 § 15; Baldasseroni ¬
§ 8 P. III art. 20; Püttmann § 137; Wagner § 284 Nr. 3 § 289
Poehls S. 147, 598. Ord. du comm. tit. 5 art. 18, 19, 20 ergänzt durch eine
Verordn. d. Pariser Parlaments v. 30. Aug. 1714, die als Basis des Art. 154 Code
de comm. gedient hat (bei Ordre-Wechseln ist für das Zahlungsverlangen richterlicher ¬
Befehl und Kaution notwendig, nicht aber bei Wechseln zahlbar an eine
bestimmte Person, bei denen die Zahlung auf Grund eines Duplikats ohne
Kaution verlangt werden konnte); Leipzig § 33; Hamburg Art. 42: Bremen
Art. 54; Braunschweig Art. 44; Danzig Art. 37; Frankfurt § 45; Breslau
§ 33; Oberlausitz W.Mand. § 12; Preufsen Art. 67; Elbing Kap. 12 Art. 52;
Österreich Art. 31; Jever § 21; Köthen Art. 62; Gotha § 12; Württemberg ¬
Kap. 4 § 23; Rufsland Kap. 1 § 24; Schweden Art. 4 § 9; Augsburg ¬
Kap. 8 § 6; Nürnberg Kap. 6 § 1; Bayern § 15; St. Gallen Art. 15;
Bilbao § 27; Dänemark § 62; Preufs. Landr. §§ 1102, 1103, 1171-1178.
1199—1202, (nach vorhergegangenem gesetzlichen Aufgebot auf Kosten des Verlierers) ¬
Hannover § 40; Weimar §§ 166, 167; Dessau §§ 106, 107; Nieder
lande Art. 64. Sobald der Acceptant davon benachrichtigt ist, dafs der Wechsel
verloren gegangen sei, so kann er auch dem dritten, redlichen Erwerber die Zahlung ¬
nicht leisten, sondern muss deponieren. Scherer III S. 169; Weisseneck
§§ 74, 275; Preufs. Landr. §§ 1167—1169 (der Wechselinhaber, der seinen redlichen ¬
Besitz beweist, erhält das deponierte Geld; der Verlierer kann sich an den
früheren unredlichen Besitzer halten); ebenso Dessau § 105; Weimar §§ 160,
161; Dänemark § 65; Rufsland Kap. 1 § 24. Nach Köthen Art. 61; Württem-