§. 90. Zinsverbindlichkeit.
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meinschaftliche Rechnung verbunden hat!), ist befugt, von seiner
Einlage gesetzliche Zinsen zu fordern.
Gesetzliche Zinsen können nach gesetzlicher Vorschrift nicht gefordert ¬
werden
a. bei selbständigen Contrakten des Fiscus (nicht, wenn er in
Contrakte von Privatpersonen eintritt) 2):
b. beim Schenkversprechen 3)
c. bei Strafzahlungen 4).
Auch die gesetzliche Zinspflicht ist stets accessorischer Natur.
Mit dem Wegfall der Hauptobligation erlischt auch die Zinsverbindlichkeit. ¬
Bereits verfallene Legalzinsen können auch nur mit der
Hauptklage selbst, nicht allein eingeklagt werden 5). Auch ein Vorbehalt ¬
einer solchen Nachklage ist wirkungslos 6).
Die Höhe der gesetzlichen Zinsen beträgt usancemäßig 5 Procent ¬
'), jedoch mit folgenden Ausnahmen:
1) in Handelsgeschäften werden alle gesetzlichen Zinsen zu 6
Procent berechnet 8)
2) ist bei einer creditirten Forderung ein höherer Zinssatz als
5 und resp. 6 Procent unter den Parteien vereinbart, so bleibt
dieser höhere Zinssatz auch für die gesetzlichen Verzugszinsen maßgebend ¬
9)
1) H. G. B. 268.
2) 1. 17. §. 5 D. de usur. (22, 1). Seuffert, Pandektenr. §. 245.
Note 11.
3) 1. 22 D. de don. (39, 5).
4) l. 9 D. de mag. conv. (27, 8).
3) 1. 49. §. 1 D. de act. emt. (19, 1). l. 4 C. depos. (4, 34). l. 13
C. de usur. (4,32). O.G.E. i. S. Lange Sohns Wwe. u. Co. w. Primavesi
v. 2. Septbr. 1822. Anders bei Conventionalzinsen. l. 1 C. de jud. (3, 1).
O. G. E. in S. Schröder w. Strüver v. 28. März 1836.
6) O.G. E. i. S. Lange S. Wwe. u. Co. w. Primavesi v. 14. Oct. 1822.
7) R. D. A. v. 1600. §. 139 und constante Praxis. Alle höhere
Zinssatzbestimmungen des Römischen Rechts sind nicht recipirt. Ueber den 6.
Zinsthaler nach älterem Recht vgl. O. G.E. in S. Meyer Wwe. w. von
Eelking v. 11. Apr. 1825.
8) H.G.B. 287. Ausnahmen: 4%. H. G. B. 106. 161. 268.
9) Gesetz des Nordd. Bundes, betreffénd die vertragsmäßigen Zinsen v.
14. Nov. 1867 §. 3.
Post, Elem. d. gem. u. Brem. Privatrechts. II.