Anhang.
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Lieferung im zweiten Halbjahr 1900 auf Grund der jetzt als verfügbar ¬
festgestellten Mengen jedem Abnehmer ein seinem tatsächlichen
Bedarf entsprechendes Quantum Roheisen anzubieten. Das Syndikat ¬
band sich für drei Tage an dieses Angebot, und bei den
verhältnismäßig geringen Mengen beeilten sich die Abnehmer,
innerhalb der festgesetzten Frist das Angebot anzunehmen.
Die Abschlußbestätigung ist aber nach Angaben der Abnehmer
ausgeblieben. Im Oktober 1899 waren die Hochofenwerke vor die
Frage der Annahme der Fusionspreise des Kokssyndikats gestellt und
nahmen diese in ihrer überwiegenden Mehrheit an. Gegen Schluß
des Jahres 1899 teilte daraufhin das Roheisensyndikat den Abnehmern
mit, daß sich zu seinem Bedauern trotz unausgesetzten Bemühungen
die tatsächliche Unmöglichkeit herausgestellt habe, die für das Jahr
1900 vorgemerkten reduzierten Mengen Roheisen, namentlich
Qualitäts-, Puddel- und Stahleisen, bei den syndizierten Werken zur
Lieferung unterzubringen. Beinahe alle Hochofenwerke waren
nämlich infolge ungenügender Versorgung mit Brennmaterial für ihre
Lieferungen für das Jahr 1899 ganz erheblich im Rückstande geblieben.
Das Syndikat beschloß daher, eine gleichmäßige Kürzung vorzunehmen, ¬
und zwar sowohl für die zu einem früheren Zeitpunkt für
das erste Semester 1900 sowie hinsichtlich der späterhin für das zweite
Semester getätigten Abschlüsse.
Da das Syndikat schon vorher die Aufträge für das erste Semester ¬
um 3 M. für 1 t erhöht hatte, so empfand man in Abnehmerkreisen ¬
die Streichung eines Teiles des verkauften Eisens für das
erste Semester und eines wesentlich größeren Teiles für das zweite
Halbjahr, obwohl bei letzterem die Verfügbarkeit des Eisens
beim Angebot ausdrücklich festgestellt war, um so unangenehmer.
Den vorhergegangenen Verkäufen lag die Bedingung zu Grunde, daß
Bet
ziebsstörungen, Mangel an Brennmaterial usw. die liefernden
Hütten von der Verpflichtung zur Lieferung pro rata des Erzeugungsausfalls ¬
entbinden, sowie, daß der Preisstellung des Syndikats die
Bedingung zu Grunde liegt, daß die Käufer Qualitäts=, Puddel= und
Stahleisen ausschließlich von dem Syndikat beziehen, andernfalls aber
eine Erhöhung von 1 M. für die Tonne des ganzen Abschlusses eintritt.
Die Abnehmer waren nun der Meinung, daß es gegen Schluß
des Jahres 1899 den syndizierten Werken noch gar nicht möglich gewesen ¬
sei, den etwaigen Produktionsausfall für das kommende Jahr
vorauszusehen, daher schwebe auch die Verteilung dieses Ausfalles pro
Kantorowicz, Kartelle.