thumbs : Lautenschlager, Carl: ¬Der württembergische Secretär

Ich  habe  nämlich  von  meiner  Mutter  ein  Vermögen  von  10,000  fl.  geerbt,  welches  in
seiner  Verwaltung  und  Nutznießung  steht,  und  von  welchem  er  uun,  wenn  ich  heirathen
würde,  einen  Theil  zu  meiner  Ausstattung  abgeben  zu  müssen  fürchtet.
Sei  dem  aber,  wie  ihm  wolle,  ein  triftiger  Grund,  meine  Verehelichung  mit
Friedrich  Lang  zu  versagen,  liegt  jedenfalls  nicht  vor,  und  ich  erlaube  mir  daher  die
gehorsamste  Bitte  an  einen  hohen  Senat  zu  richten:
„Es  wolle  in  Ergänzung  des  väterlichen  Consenses  ausgesprochen  werden,
daß  von  dieser  Seite  meiner  Heirath  kein  Hinderniß  im  Wege  stehe."
Verehrungsvoll  ec.
Anna  Holzer.
(Selbstverfaßt.)
6.  Bitte  um  Legitimation  eines  unehelichen  Kindes.
(Durch  das  für  den  Wohnort  des  Kindes  zuständige  Oberamtsgericht  an  den
vorgesetzten  Kreisgerichtshof  zu  bringen.  Heirathen  sich  die  Eltern,  so  ist  damit  das
Kind  von  selbst  legitimirt.)
Oberamt  Marbach.
Großbottwar,  den  21.  September  1860.
Gottlieb  Wurst  bittet  um  Legitimation
Königlicher  Gerichtshof!
seines  unehelichen  Kindes  Kaspar  Bauer.
Mit  1  Beil.
Ich  habe  mit  der  ledigen  Katharine  Bauer  von  Beilstein  ein  uneheliches  Kind
männlichen  Geschlechts,  Namens  Kaspar,  erzeugt,  welches  nach  anliegendem  Taufscheine
jetzt  10  Jahre  alt  ist.  Dasselbe  wurde  bei  seiner  Mutter  erzogen,  während  ich  die
nöthigen  Sustentationsmittel  beisteuerte.
Nachdem  nun  vor  Kurzem  die  Katharine  Bauer  mit  Tod  abgegangen  ist,  wünschte
ich  das  Kind  ganz  zu  mir  zu  nehmen  und  vollständig  in  die  Rechte  eines  ehelichen
eintreten  zu  lassen,  so  daß  es  meinen  Namen  trüge,  unter  meine  väterliche  Gewalt
käme,  mich  beerbte  u.  s.  w.
Da  ich  weder  eine  Ehefrau  noch  eheliche  Kinder  habe  und  der  Pfleger  des
Kaspar  Bauer  mein  Vorhaben  billigt,  so  hoffe  ich  keinen  abschlägigen  Bescheid  zu
erhalten,  wenn  ich  einen  K.  Gerichtshof  um  Legitimation  desselben  bitte.
Verehrungsvoll  2c.
Gottlieb  Wurst.
7.  Bitte  um  Gestattung  einer  Namensveränderung.
Oberamt  Ludwigsburg.
Zuffenhausen,  den  8.  Dezember  1860.
Jakob  Fuchs  in  Zuffenhausen  bittet  um
Beilegung  seines  Geschlechtsnamens  an  das
von  seiner  Ehefrau  beigebrachte  uneheliche  Königliche  Kreisregierung!
Kind,  Regine  Kalbfell.
Vor  3  Jahren  heirathete  ich  die  Tochter  des  +  Wagnermeisters  Kalbfell  dahier,
welche  ein  in  ledigem  Stand  erzeugtes  Kind,  Regine,  in  die  Ehe  brachte.
Nachdem  uns  inzwischen  2  eheliche  Kinder  geboren  sind,  wäre  es  mein  und
meiner
Ehefrau  Wunsch,  zwischen  diesen  und  dem  beigebrachten  Kind,  wie  sie  uns  im
            
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