Erste Abth. Das Wasser überhaupt.
in ihm gefrierenden Wassers. In den neuesten Zeiten 1784
und 1785 sind von Williams*) hierüber sehr sinnreiche
Versuche angestellt worden. Er bediente sich dazu unter anderen ¬
der eisernen Bomben, welche er mit Wasser füllte,
und nach zugestopftem Mundloche dem Froste aussetzte. Die
Wirkungen waren erstaunlich. Ein eiserner Stöpsel konnte
nicht so fest in das Mundloch getrieben werden, daß er der
Gewalt der Ausdehnung widerstanden hätte. Das Eis
warf ihn mit einer großen Schnelligkeit fort, und trieb unmittelbar ¬
danach, einen Keil oder Cylinder von Eis zu einer
beträchtlichen Höhe durch die Oefnung hinaus. War aber
der Stöpsel mit Federn hinein befestigt, die in die innere
Seite der Höhlung eingriffen, so daß derselbe nicht heraus ¬
getrieben werden konnte; so sprengte die Kraft der Ausdehnung ¬
die Kugel, und eine Eisplatte drang durch den
Riß rings herum hervor. So ward eine Bombe von 123
Zoll im Durchmesser und 1½/ bis 2 Zoll Metallstärke zersprengt. ¬
Williams macht daraus den Schluß, daß die
Ausdehnung des gefrierenden Wassers jeden Widerstand überwältige, ¬
und daß das Wasser, wenn das Behältniß zu stark
sey, um zersprengt zu werden, im Zustande der Flüssigkeit
verbleibe, so stark auch die Kälte immer seyn möge.
Das Eis wird, durch die Ausdehnung in einen größern
Raum, specisisch leichter, als das Wasser: daher abgerissene
Eisschollen auf diesem schwimmen. Williams giebt das
Verhältniß des eigenthümlichen Gewichts des Wassers und
des Eises wie 18 zu 17 an, indem sich das Wasser beim
Gefrieren um ausdehne: Irving setzt das Verhältniß
des specifiquen Gewichts des Wassers zum festesten Eise —
15: 14: allein es läßt sich hierin nichts genaues und bestimmtes ¬
angeben, da sich bei dem Eise selbst eine große Verschie*) =
Trans. of the roy, soc. of Edinbourgh. Vol. II. 1790, p. 24.
Gothaisches Magaz. 8. B. 1. St. 176. S.