II. Spezieller Teil.
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mit Kalk, so verbindet sich die Stearinsäure mit dem Kalke zu einer sogenannten
Seife, während das Glyzerin ausgeschieden wird. Man trennt letzteres von
der Seife und behandelt diese für sich mit Schwefelsäure, welche ihrerseits
die Stearinsäure von der Kalkseife hinwegtreibt, während sie selbst sich an deren
Stelle mit dem Kalke zu Gips (schwefelsaurem Kalke) verbindet. Durch Waschen
und Umschmelzen wird die Stearinsäure für sich gewonnen und als Stearin
in den Handel gebracht.
Glyzerin wird auf die eben beschriebene Weise als Nebenprodukt bei der
Stearinfabrikation gewonnen! es ist eine sirupartige, farb- und geruchlose Flüssigkeit ¬
von süßem Geschmacke, weshalb es auch Olsüß genannt wird. Es mischt
sich in allen Verhältnissen mit Wasser und Alkohol, aber nicht mit Fetten oder
fetten Olen. Das Glyzerin wird in der Medizin, zur Fabrikation des Nitroglyzerins; ¬
zum Füllen der Gasuhren (wegen der Widerstandsfähigkeit gegen
Kälte) und unrechter Weise auch zum Verdicken von Bier und versüßen von
Wein 2c. gebraucht.
Butter besteht aus den durch Stoßen und Schlagen vereinigten Fettkügelchen
der Milch.
Seifen können, wie oben angegeben, nicht nur aus Talg und Kalk, sondern ¬
aus jedem Fette durch Behandlung mit irgend einer sehr starken Base,
also außer mit Kalk z. B. mit Kali oder Natron erhalten werden.
Die Kaliseifen, d. h. die Verbindungen von Fettsäuren mit Kali, sind
von weicher Konsistenz — Schmierseife; die Natronseifen sind fest z. B.
unsere gewöhnlichen Waschseifen, die Kernseife. Beide, die Kali- und die Natronseifen, ¬
sind in Wasser löslich und zwar in weichem (Regenwasser) leichter, als
in hartem (kalkigem) und haben dann die Fähigkeit, Fette aufzulösen, weshalb
man sie zum Wäschereinigen verwenden kann. Man kann die Seifen beliebig
färben und parfümieren.
Thrane sind die flüssigen Fette, welche durch Aussieden des Specks, der
Eingeweide, der Leber, überhaupt aller fettreichen Teile von Fischen, Robben,
Seehunden rc. erhalten werden. Man unterscheidet im Handel: Walfischthran, ¬
Seehunds= oder Robbenthran und Fischthran aus den Gadusarten, ¬
Heringen, Haien.
Die beiden ersteren sind geringere, mehr oder weniger braune Sorten, die
in der Gerberei als Schmiermittel überhaupt, oder als Brennmaterialien Verwendung ¬
finden, der Fischthran ist Medizinalthran und wird aus den Lebern
des Kabliau sorgfältig gewonnen, als Leberthran ziemlich gewertet. Der
Hauptplatz für den Medizinalleberthran ist Bergen in Norwegen, für den
Robbenthran Archangel und für den Walthran Hamburg.
Walrath, Spermacet ist ein eigentümliches Fett des Pottwal oder Cachelot,
Physester macrocephalus L., eines fischartigen Säugetieres, welches in den
Meeren der südlichen Hemisphäre vorkommend, in Rudeln lebt und gleich den
Walfischen gejagt wird. Der Walrath bildet eine perlmutterartig glänzende,
schneeweiße, bröckelig blätterige Masse, welche sich leicht in kleine Schuppen zerteilen ¬
läßt, er ist geschmacklos von ganz schwachem Geruch, spez. Gew. 0,943
und schmilzt bei + 49—53° C. zu einer ölartigen Flüssigkeit. Verwendung
findet der Walrath in der Pharmazie.
Der englische Walrath ist der beste, er ist blendend weiß, mit breitblättrigem ¬
Gefüge. Auch der amerikanische kommt weiß in den Händel,
aber stets kleinblätterig und wird mit der Zeit gelblich und riechend, was der
englische nicht thut.
Wachs. Das Wachs ist das bekannte Wabenbaumaterial der Bienen.
Wenn man die Waben nach dem Ausschleudern des Honigs schmilzt und in