Volltext : Hanauische Berichte von Religions-Sachen ([Bd 1] = Th. 1/8 (1750))

Num.  1.
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geschehen  seye,  sie  auch  keinen  Theil  daran  nähmen. -
  So  bedencklich  es  nun  an  Seiten  Herrn
St.  ware,  daß,  da  man  so  manche  Leute,  zu
denen  man  in  Ansehung  ihrer  Hertzens=Fassung
so  wenig  gutes  Zutrauen  hatte  und  haben  konnte,
immerhin  truge  und  in  der  Gemeine  duldete,
auch  sonsten  aus  denen  so  genannten  Kopf=Jrrthumern -
  nur  allzuwenig  machte,  man  hingegen
mich,  bey  aller  von  mir  bewisenen  Gedult,
Sanfftmuth  und  Liebe  und  da  ich  niemand  irre  zu
machen,  oder  von  der  Gemeine  abzuziehen  gesucht -
  habe,  ausgeschlossen;  so  erfreulich  ware  es
mir  doch,  daß  der  Strick  nunmehro  ohne  mein
Zuthun  entzwey  gieng  und  ich  frey  wurde.  Es
fielen  mir  zwar  dabey  die  Worte  Joh.  9,  34.  ein:
„Es  kam  vor  JEsum,  daß  sie  ihn  ausgestossen
hatten:  „  es  erregte  aber  mein  Gemuͤthe  gegen
niemand,  noch  minderte  es  die  Liebe  gegen  alle
rechtschaffene  Seelen  in  der  Gemeine,  auch  unter -
  denen  Arbeitern  und  sonsten.  Ubrigens  sahe -
  ich  es  als  die  erste  von  GOTT  empfangene
Ordre  zum  Abmarche  an,  erhohlte  mich  von
diser  Zeit  an  wieder  an  Gemüth  und  Leib,  und
genosse  nun  des  Fridens  GOttes  vil  ungekränckter, -
  als  vorhin.
Einige  Zeit  hernach  erfuhre  ich  von  verschidenen -
  Orten,  daß  und  wie  man,  unter  allerley  einander -
  widersprechenden  unhinlänglichen  Gründen, -
  die  Glider  der  Gemeine  von  Lesung  der  heil.
Schrifft  abzubringen  suchte,  sich  auch  dabey
recht  verwegen=  und  gottloser  Ausdrücke  bediente:
Dises
Vorage
Staatsbibliothek
Max-Planck-Institut  für
zu  Berlin
            
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