Object : Gönner, Nikolaus Thaddäus von: Ueber die zweckmäßige Einrichtung des Hypothekenbuchs nach Grundsätzen und Erfahrung

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daß  sie  die  Eintragung  in  das  Hypothekenbuch  unterlassen. ¬
  Diese  Ansicht  findet  selbst  in  der  vorgelegten
Wirklichkeit  ihre  Bestärkung.  Waren  nur  1282  Bände
(zu  150  Bogen)  nothwendig,  so  sind,  4  Bogen  zu  einem ¬
  Folium  gerechnet,  nur  48,075  Grundstücke  in  diese
Bücher  eingetragen  worden.  Wer  wird  aber  glauben,
daß  in  diesem  Bezirke  mit  beinahe  300,000  Einwohnern,
besonders  bei  vorherrschender  Theilung  des  Grundvermögens ¬
  nicht  mehr  als  48,075  Grundstücke  unter  besondern ¬
  Rechtstiteln  besessen  werden?  Es  scheint  also,
daß  sehr  viele  einzelne  Grundstücke  noch  nicht  eingetragen
wurden,  weil  dazu  keine  Veranlassung  gegeben  war,  und
daß,  wären  alle  zu  Hypotheken  unterstellten  Grundstücke
eingetragen  worden,  die  Wirklichkeit  sich  von  dem
Voranschlage  nicht  weit  entfernen  würde.
Doch  bleiben  wir  bei  der  angeführten  Wirklichkeit ¬
  stehen,  und  berechnen  hiernach  das  Resultat  für
Baiern
).  —  Bei  einer  mehr  als  zehnmal  größern
Bevölkerung,  bei  den  vielen,  zum  Theil  sehr  großen
Städten,  bei  der  in  vielen  Kreisen,  besonders  im  Oberund ¬
  Untermain=,  dann  dem  Rezat=  und  Oberdonau=Kreise ¬
  vorherrschenden  Theilung  des  Grundvermögens, ¬
  würde  der  Betrag  an  Bänden  und  Kosten  wenigstens ¬
  eifmal  größer  seyn.  Wir  erhielten  also  in
den  sieben  Kreisen  14,102  Bände  des  Hypothekenbuchs, ¬
  und  müßten  bloß  für  Papier,  Druck  und
Einband  195,085  Rthlr.  preuß  Cour.  oder  341,000  fl.
bair.  Währung  ausgeben.  —  Wer  sollte  nicht  schon
diese  Zahl  von  Bänden  und  diese  Summe  der  Auslagen =
  sehr  groß  finden?
*)  Stets  mit  Ausnahme  des  Rheinkreises,  wo  das  Hypothekenwesen ¬
  nach  französischen  Gesetzen  zur  Zeit
noch  fortbesteht.
            
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