Metadaten : Kreuser, Martin: ¬Das katholische Mädchen im Spiegel biblischer Charakterbilder

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wie  reine  Wolle  und  die  Scharlachdunklen  wie  frischen  Schnee?
Und  —  ja  —  das  eine!  Er  sprach  von  der  Liebe  und  der
Reue  der  Menschen,  und  wie  er  gern  reuige  Sünder  wieder
aufnimmt.  Da  hatte  er  sie  angeschaut,  so  ernst  und  doch  so
mild,  und  hatte  plötzlich  geschwiegen.  Da  war  es,  als  ob
seine  Blicke  in  die  Ferne  gegangen  und  etwas  gesucht  hätten.
Und  dann  kamen  bange,  warnende  Worte  aus  seinem  Mund.
Hatte  der  gute  Meister  ihr  Elend  vorausgesehen?  —  Was
sollte  sie  denn  nun  sagen?  —  Sie  merkte  es  selbst  nicht,  wie
in  ihr  der  Entschluß  aufstand,  fest  und  mutig  zu  ihm  zu
gehen  und  sich  als  Opfer  der  Sünde  und  der  reuigen  Zerknirschung -
  vor  ihn  hinzuwerfen.  Die  Gnade,  die  sie  gerufen, -
  arbeitete  stark  in  ihr.
Was  sollte  sie?  Wie  wollte  sie  ihn  zum  Mitleid  bewegen, -
  wie  sollte  sie  ihm  zeigen,  daß  ihre  Reue  über  alle
Maßen  groß  sei?  Sie  macht  sich  auf,  um  ihn  zu  suchen.
Was  die  Menschen  denken  und  sagen  werden,  ist  gleich;  wenn
sie  nur  bei  ihm  Verzeihung  findet.  Sie  „erfuhr,  daß  er  in
dem  Hause  des  Pharisäers  zu  Tische  sei".  Ihr  Plan  steht
fest.  Ein  Gefäß  mit  Alabaster  ist  nicht  zu  teuer,  um  als
Almosen  ihrer  Heilandsliebe  zu  dienen.  Die  erste  Buße.
Sie  schlägt  ihr  Oberkleid  darüber  und  geht  müden,  aber
festen  Schrittes  auf  Simons  Haus  zu.
Magdalena  hat  die  Gesellschaft  erschaut.  Was  für  ein
Feuerregen  wird  auf  sie  herabkommen,  wie  werden  die  Blicke
dieser  heiliggepriesenen  Pharisäer  sie  durchbohren;  wird  man
sie  nicht  mit  Schimpf  und  Schande  hinausstoßen?  Aber  der
Herr  ist  in  ihrer  Mitte;  sie  will  alles  versuchen,  alles  ertragen. -
  Scheu  schleicht  sie  sich  ans  Haus  heran.  Entsetzte
Gesichter,  Rufe  des  Unwillens,  laute  Empörung!  Man  rückt
zusammen,  die  Hände  strecken  sich  abwehrend  der  Sünderin
entgegen.  Pochenden  Herzens  steht  Magdalena  am  Eingang.
Unter  brennenden  Tränen  wagt  sie,  hinüberzuschauen  zum
Richter  ihrer  Sünden.  Der  Herr  sitzt  ruhig  und  mild  inmitten -
  der  entsetzten  Gesellschaft,  sein  Auge  leuchtet  zu  ihr
herüber,  auf  seiner  Stirne  die  Ruhe  der  Ewigkeit.  Sie
glaubt  eine  freundliche  Ermutigung  auf  seinen  Lippen  zu
esen.  Wenn  die  ganze  Schale  pharisäischen  Hasses  und  er¬Digtalisierungsvorlage: -

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zbischöfliche  Diözes
Max  Planck  Institute  for  kluman  Developme
            
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