Inhaltsverzeichnis : Klenk, Jakobine: ¬Die christliche Jungfrau in der Schule der Heiligen

-  265  —
seitigen?  Die  Betrachtung.  Du  wähnst  sehr  viel
Geschäfte  zu  haben,  ach!  wie  täuschest  du  dich,  tausenderlei -
  Nichtigkeiten  und  Kleinlichkeiten  füllen
deine  Tage  aus.  Warum  solltest  du  nicht  dich
auf  kurze  Augenblicke  diesen  Tändeleien,  ja  selbst
ernstlichen  Beschäftigungen  entziehen  können,  um
dich  mit  Dem  zu  unterhalten,  dessen  Unterredung  dir
nie  Bitteres  bietet?
Der  heil.  Hieronymus  schreibt  an  eine  Dame,
die  in  der  Welt  lebte:  „Besorge  dein  Hauswesen,
ohne  dabei  deine  Seele  aus  den  Augen  zu  verlieren. -
  Wähle  dir  einen  abgelegenen  Ort  aus,  wohin
du,  fern  von  dem  Geräusche  der  häuslichen  Beschäftigungen, -
  dich  zurückziehen  kannst  und  du  gleichsam
in  einem  sicheren  Hafen  ruhst,  wo  der  Sturm  der
weltlichen  Sorgen  dich  nicht  erreichen  kann,  wo  die
Ruhe  der  Einsamkeit  die  vom  Verkehre  mit  der
Außenwelt  aufgewühlten  Fluthen  deiner  Seele  besänftiget. -
  Dann  wird  deine  ermüdete  Seele  im
aufmerksamen  Lesen  heiliger  Bücher,  in  der  Betrachtung, -
  in  ernstlicher  und  tiefer  Erwägung  des  menschlichen -
  Elendes,  ein  heilsames  Gegengift  finden.
Glaube  mir,  wenn  ich  derart  mit  dir  rede,  so  bin
ich  weit  davon  entfernt,  die  Deinigen  deiner  Sorgfalt -
  berauben  zu  wollen;  mein  Zweck  ist  im  Gegentheil, -
  dir  dadurch  das  Mittel  anzugeben,  welches
dich  lehren  wird,  was  du  den  Deinen  schuldig  bist."
—  Es  ist  übrigens  so  leicht  und  thut  dem  Herzen
so  wohl,  kurze  Augenblicke,  ja  selbst  stundenlang
mit  dem  lieben  Heilande  zu  verkehren.  „O  Jungfrau," -
  schreibt  der  heil.  Ambrosius,  „sobald  du  den
Herrn  suchst,  wirst  du  ihn  finden.  Oder  wie  wird
4
Digitalisierungsvorlage
Max-Planck-Institut  für  Bildungsforschung
M.
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer