Volltext : ¬Die ländliche Verfassung in der Provinz Pommern (20)

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in  mächtigen  Massen  unter  der  allgemeinen  Lehm-  und  Sandbedeckung
zwischen  den  Dörfern  Kurow  und  Nieder=Zahden  aufgefunden;  ähnliche ¬
  Lagerungsverhältnisse  sind  auf  dem  rechten  Oderufer  bei  Finkenwalde. ¬
  Der  Thon  ist  blaugrau,  sehr  fest  und  in  feuchtem  Zustande
sehr  plastisch.
Bezüglich  der  geologischen  Beschaffenheit  des  Ostsee=Strandes  ist
hervorzuheben,  daß  zwischen  Treptow  und  Revahl  lehmiger  Boden
mit  Sand  und  schwarzem  Moorgrunde  wechselt.  Unmittelbar  am
Strande  folgt  unter  dem  oben  aufliegenden  gelben  nordischen  Sande
Lehm,  der  in  den  obern  Lagen  bräunlichgelb,  in  den  unteren  bläulichgrau ¬
  ist.  Er  reicht  bis  zum  Meeresspiegel  hinab  und  enthält,
außer  grobem  Sande  und  kleinem  Geschiebe  auch  große  Bildungen
der  letzteren  Art.  Diese  großen  Blöcke,  die  am  Fuße  der  manchmal
20  Fuß  hohen  Lehmwände  liegen,  ohne  daß  der  Wellenschlag  sie
ort
ortzuführen  im  Stande  ist,  holt  man  in  Booten  zu  den  Hafenbauten
in  Colberg  und  Swinemünde.  Weiter  gegen  die  östliche  Mündung
der  Oder  wird  die  Küste  wieder  flacher  und  bedeckt  sich  mit  niedrigen
Dünen,  unter  denen  der  eben  genannte  Jura=Kalk  von  Fritzon
vorkommt.
Von  Misdroy  bis  jenseits  Swinemünde  breitet  sich  ein  flaches
Sandland  aus,  das  die  ehemals  größere  Mündung  der  Oder  darstellt*). ¬
  Die  Fruchtbarkeit  oder  technische  Nutzbarkeit  des  Bodens  der
Pommersch=Preußischen  Seenplatte  ist  eine  sehr  geringe.  Den  größeren ¬
  Theil  bedeckt  steriler  Diluvial=Sand,  der  mehrfach  in  Flugsand
ausartet,  oder  Sumpf,  welcher  letztere  allerdings  durch  Entwässerung
oft  in  fruchtbaren  Wiesengrund  umgewandelt  werden  kann.  Nur
wenige  Theile  zeigen  eine  mittlere  Fruchtbarkeit,  namentlich  die  westlichen ¬
  in  der  Nähe  der  Oder,  die  nördlichen  in  der  Nähe  der  Küste
und  ein  paar  innere  Oasen.  Eine  wahre  Ausnahme  dagegen  bildet
der  „Waitzacker“  im  Kreise  Pyritz,  in  welchem  die  diluvialen  Ablagerungen ¬
  theils  durch  neuere  Schlammablagerungen  bedeckt  sind,  theils
aus  Löß  bestehen.  An  besonderen  Erwerbsquellen,  welche  der  Boden
darbietet,  sind  außer  dem  Bernstein  und  den  Braunkohlen,  welche,
die  wenig  bevölkerte,  und  mit  Holz  und  Torf  zur  Genüge  versehene
Gegend  für  spätere  Zeiten  ruhen  lassen  wird,  nur  etwa  die  Salinen
*)  Girard  a.  a.  O.  S.  262  ff.
            
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