Metadata : Fick, Adolf: ¬Der Konkurs der Kollektiv-Gesellschaft

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§  5.
In  richtiger  Erkenntniß  dieser  Grundsätze,  d.  h.  in  richtiger  Erkenntniß
des  Wesens  der  durch  das  Leben,  durch  die  Bedürfnisse  des  Handels  hervorgerufenen ¬
  Koll.G.,  sprechen  sich  schon  die  älteren  italienischen,  spanischen
und  französischen  Juristen  in  diesem  Sinne  aus,  und  es  sind  diese
Grundsätze  schon  in  den  Statuten  von  Genua  vom  Jahre  1589  kodifizirt.
Die  Gerichtspraxis  von  Italien,  Spanien  und  Frankreich  schließt  sich
diesen  Juristen  an.  Straccha  nennt  die  Koll.G.  und  deren  Firma  ein
corpus  mysticum  ex  pluribus  nominibus  conflatum.  —  Die  Franzosen ¬
  Locré  (Esprit  I  107),  Pardessus  (Cours  du  droit  commercial
N°  966,  1089),  Freméry  (Etudes  de  droit  commercial  chap.  IV
p.  30  ff.),  Duvergier  (Droit  civil  français  p.  468  ff.),  Duranton
(Cours  de  Droit  Français  1834  XVII  N°  334),  Delangle  (Des
Sociétés  Commerciales.  Paris  1843.  I  19,  22.  II  259,  261,  265),
Troplong  (Du  Contrat  de  Société  Civile  et  Commerciale  dans  son
„Droit  Civil  expliqué“.  1843  I  N°  58  u.  Code  civil  III,  IX,  N°  360)
sprechen  sich  alle  dahin  aus,  daß  die  Koll.G.  ein  corps  moral  sei.
Troplong  zitirt  für  seine  Ansichten  auch  die  Spanier:  Fontanella  aus
Katalonien,  Salgado  aus  Valladolid  und  Alexander,  ferner  Scaccia  und
Cujacius.  Mit  Unrecht  berufen  sich  die  französischen  Schriftsteller  übrigens
hiefür  auch  auf  Stellen  des  Corpus  juris.  Bei  Troplong  finden  wir
(N°  861)  ein  Urtheil  des  Senates  von  Katalonien  vom  Jahre  1609
und  (N°  860)  einen  Arrest  des  Parlamentes  von  Paris  vom  Jahre  1667
angeführt,  aus  welchen  hervorgeht,  daß  es  damals  schon  unzweifelhaftes
Gewohnheitsrecht  war,  das  Gesellschaftsgut  vom  Privatgut  der  Gesellschafter ¬
  zu  trennen,  insbesondere  Generalpfandrechte  am  Gut  des  Gesellschafters ¬
  sowie  Weibergutsprivilegien  als  das  Gesellschaftsgut  durchaus
nicht  berührend  zu  erklären,  weil  eben  das  Gesellschaftsgut  nicht  zu  den
Aktiven  des  Gesellschafters  gehört,  sondern  bloß  sein  Guthaben  an  die
Gesellschaft.
§  6.
Kodifizirt  ist  von  alledem  in  Frankreich  nichts.  Wunderbar  leicht
und  kurz  hüpft  der  Code  de  commerce  über  die  Materien  der  Koll.G.
hinweg  mit  den  Worten:
„La  Société  en  nom  collectif  est  celle  que  contractent  deux
personnes  ou  un  plus  grand  nombre,  et  qui  a  pour  objet  de  faire
le  commerce  sous  une  raison  sociale  (Code  de  commerce  art.  20).
            
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