Full text : System des österreichischen allgemeinen Privatrechts (2)

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§.  339.
Verschuldens*  2);  oder  der  Verpflichtete  ist  an  seiner  Zögerung  ganz  schuld— ¬
  objective  Mora.3)  Auch  die  letztere  hat  bestimmte  juristische
Wirkungen;  dahin  gehört  das  Wirksamwerden  der  lex  commissoria  und  des
Terminsverlustes,  die  Berechtigung  des  Gläubigers  zum  Pfandverkauf,  die
Verzugszinsen,  die  Auflösung  des  Bestandvertrages  im  Falle  des  §.  1118
b.  G.  B.,  das  Pfändungsrecht  des  Erbzinsherrn  (§§.  1135,  1136)  u.  A.*)
Wichtigere  Wirkungen  hat  aber  die  subjective  Mora.
Im  Zweifel,  ob  objective  oder  subjective  Mora  vorliege,  hat  der
Zögernde  seine  Schuldlosigkeit  nachzuweisen  —  sog.  excusatio  a  mora»
(§.  1298)  —  und  dies  auch  dann,  wenn  ihn  lediglich  subjective  Umstände
z.  B.  entschuldbare  Unkenntnis  der  Schuld  oder  ihres  Betrages  an  dem
rechtzeitigen  Handeln  gehindert  haben.  Doch  bildet  der  Mangel  der
erforderlichen  Geldmittel  keinen  ausreichenden  Excusationsgrund  der  unterbliebenen ¬
  Zahlung  einer  Schuld.“
Der  Verzug  ist  entweder  ein  Verzug  des  Schuldners  (mora  solvendi)
oder  ein  Verzug  des  Gläubigers  (mora  accipiendi).6a)
I.  Der  Schuldner  ist  im  Verzug,  wenn  er  bei  Schulden  ohne  bestimmten ¬
  Fälligkeitstermin  nach  erfolgter  gerichtlicher6b)  oder  außergerichtlicher ¬
  Mahnung  (interpellatio)  weder  erfüllt,  noch  sich  sonstwie  mit  dem
Gläubiger  abgefunden  hat;  bei  Schulden  mit  bestimmter  Zahlungszeit
bedarf  es  keiner  Mahnung,  sondern  der  Schuldner  ist  im  Verzug,  sobald ¬
  er  den  Zahlungstag  nicht  zuhält  (dies  interpellat  pro  homine)?)
4)  Vangerow  a.  a.  O.  S.  203,  204.
§§.  1154,  1409  b.  G.  B.  Unger  in
Vgl.  auch  §.  20  Urh.  Ges.
Haimerl's  Vierteljschr.  XIV  S.  120,  132.
Unger  II  S.  546  Note  41,  XIV
2)  Ob  Culpa  zur  Mora  gehöre,  ist
streitig.  Dafür  Savigny  VI  S.  79
S.  130,  131,  Hasenöhrl  II  S.  335  ff.
6)  Arndts  a.  a.  O.  Anm.  7.
bis  83,  Vangerow  III  §.  588  S.  204
6a)  Für  den  Terminus  mora  credibis ¬
  206,  Seuffert  II  §.  245,  Wolff,
toris  und  gegen  den  Ausdruck  mora
z.  L.  v.  d.  Mora  S.  252,  Mommsen,
accipiendi:  v.  Schey  a.  a.  O.  S.  119
Beitr.  I  S.  264  f.,  Unger.  Syst.  II
S.  545  Note  39  und  a.  a.  O:  S.  129
Note  3,  dem  sich  Hasenöhrl  S.  347
130,  Keller  §.  252  (man  muss  eben
Note  1  anschließt.
6b)  Vgl.  Hellmann,  Die  exceptiosagen ¬
  können:  per  eum  stetit,  quonellen ¬
  außerstreitigen  Gestionen  der
minus  ...),  v.  Schey  in  der  in  Note  24
österr.  Gerichte,  in  d.  Jur.  Bl.  1886  Nr.  35.
angef.  Schrift  S.  16  ff.,  27  ff.,  66  ff.,
Das  röm.  R.  verlangt  auch  in
91  ff.;  dagegen  Schöman,  SchadenFällen ¬
  dieser  Art  der  Regel  nach  die
ersatz  II  S.  10  f.,  Puchta,  Pand.  §.  268
Nota  a,  §.  269  Note  h,  Sintenis  II
Mahnung.  Doch  lehrten  die  älteren
S.  195  f.,  Holzschuher  II/2  S.  223.
Schriftsteller  durchgängig,  es  gelte  die
Regel  dies  interpellat  .  .  .  schon  nach
224,  Strohal  in  Drei  Gutachten  S.  167
röm.  R.  und  diese  Meinung  wird  noch
Note  1,  Schoberlechner  in  d.  G.  Z.
1889  Nr.  32,  Dniestrzauski,  Werkvertheidigt ¬
  von  Holzschuher  S.  224  fg.,
lieferungsvertrag  S.  88  ff.;  vgl.  Arndts
Seuffert  §.  245,  Vangerow  III
S.  206  fg.  und  Anderen.  Dagegen  aber
§.  251  bei  und  in  Anm.  7.  Hasenöhrl
Puchta  §.  269,  Sintenis  II  S.  205
schließt  sich  rücksichtlich  der  mora  debit.
der  ersten  (S.  334),  rücksichtlich  der  mora
Anm.  7,  Arndts  §.  251  u.  A.  Aber
auch  die  Letzteren  pflegen  zuzugeben,
credit.  der  zweiten  Ansicht  an  (S.  348f,
356  ff.)
dass  die  Regel  dies  interpellat  p.  h.
Von  ihr  spricht  §.  1334  b.  G.  B.
die  Praxis  für  sich  hat.  Arndts  Anm.  6,
Keller  §.  252.  Vgl.  auch  Hasenöhrl
(v.  „überhaupt“).  Unger  II  S.  546
Note  39.
S.  332  Note  43,  Deutsches  G.  B.  §.  284.
            
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