des Herzens nicht unmittelbar von der aufgehobenen Aktion
des Gehirns abhänge, zu erweisen, stellte er außer mehreren
physiologisch=pathologischen folgende Reihe galvanischer Versuche =
an.
„Ich schritt, sagt er, zwar mit gespannter Erwartung, ¬
doch voller Mistrauen, zu diesen Versuchen, da kürzlich =
mehrere sehr schätzbare Gelehrte eine der meinigen ganz
entgegengesetzte Meynung geäußert und behauptet hatten,
daß das Herz, so wie mehrere andere der Willkühr nicht untergebene =
Muskeln für Galvanismus so empfänglich als jeder =
der dem animalischen Leben angehörigen, wären. Jch
beobachtete in dieser Hinsicht folgendes:
„1) Ich belegte in mehreren Fröschen das Gehirn mit
Bley, das Herz und die Schenkelmuskeln aber mit einer Zinkplatte, =
welche mit dem einen Ende diese, mit dem andern jenes =
berührte, und erhielt jedesmal, wenn ich die Armaturen
durch Silber verband, Zuckungen der Hinterschenkel, während =
das Herz seine Schläge weder beschleunigte, noch erneuerte, =
wenn sie bereits aufgehört hatten. Derselbe auffallende =
Unterschied findet statt, wenn man mit dem Herzen
zugleich jeden andern willkührlichen Muskel armirt.
„2) Jn andern Fröschen brachte ich, um nicht die Stelle,
wo die zum Herzen gehenden Nerven aus dem sympathischen
entspringen, zu berühren, eine Armatur an den obern Theil
des verlängerten Rückenmarkes, die andere an das Herz und
einen beliebigen, zur willkührlichen Bewegung bestimmten
Muskel; der Erfolg war derselbe, wie im ersten Versuche.
„3) Jch bemühte mich in einem Frosche die Nerven des
Herzens zu entblößen, und armirte, indeß das Herz auf Metalle =
ruhte, mehrere grauliche, kaum bemerkbare Fädchen,
deren Natur ich jedöch, um aufrichtig zu seyn, nicht mit
Gewißheit zu bestimmen wage, mit einem andern Metallstücke,
physiologische Untersuchungen über Leben und Tod von Xaverius ¬
Bichat, aus d. Franz. frey übersetzt, Tübingen 1802. 8. Rd.)