Metadaten : Reinhold, Johann Christoph Leopold: Geschichte des Galvanismus

des  Herzens  nicht  unmittelbar  von  der  aufgehobenen  Aktion
des  Gehirns  abhänge,  zu  erweisen,  stellte  er  außer  mehreren
physiologisch=pathologischen  folgende  Reihe  galvanischer  Versuche =
  an.
„Ich  schritt,  sagt  er,  zwar  mit  gespannter  Erwartung, ¬
  doch  voller  Mistrauen,  zu  diesen  Versuchen,  da  kürzlich =
  mehrere  sehr  schätzbare  Gelehrte  eine  der  meinigen  ganz
entgegengesetzte  Meynung  geäußert  und  behauptet  hatten,
daß  das  Herz,  so  wie  mehrere  andere  der  Willkühr  nicht  untergebene =
  Muskeln  für  Galvanismus  so  empfänglich  als  jeder =
  der  dem  animalischen  Leben  angehörigen,  wären.  Jch
beobachtete  in  dieser  Hinsicht  folgendes:
„1)  Ich  belegte  in  mehreren  Fröschen  das  Gehirn  mit
Bley,  das  Herz  und  die  Schenkelmuskeln  aber  mit  einer  Zinkplatte, =
  welche  mit  dem  einen  Ende  diese,  mit  dem  andern  jenes =
  berührte,  und  erhielt  jedesmal,  wenn  ich  die  Armaturen
durch  Silber  verband,  Zuckungen  der  Hinterschenkel,  während =
  das  Herz  seine  Schläge  weder  beschleunigte,  noch  erneuerte, =
  wenn  sie  bereits  aufgehört  hatten.  Derselbe  auffallende =
  Unterschied  findet  statt,  wenn  man  mit  dem  Herzen
zugleich  jeden  andern  willkührlichen  Muskel  armirt.
„2)  Jn  andern  Fröschen  brachte  ich,  um  nicht  die  Stelle,
wo  die  zum  Herzen  gehenden  Nerven  aus  dem  sympathischen
entspringen,  zu  berühren,  eine  Armatur  an  den  obern  Theil
des  verlängerten  Rückenmarkes,  die  andere  an  das  Herz  und
einen  beliebigen,  zur  willkührlichen  Bewegung  bestimmten
Muskel;  der  Erfolg  war  derselbe,  wie  im  ersten  Versuche.
„3)  Jch  bemühte  mich  in  einem  Frosche  die  Nerven  des
Herzens  zu  entblößen,  und  armirte,  indeß  das  Herz  auf  Metalle =
  ruhte,  mehrere  grauliche,  kaum  bemerkbare  Fädchen,
deren  Natur  ich  jedöch,  um  aufrichtig  zu  seyn,  nicht  mit
Gewißheit  zu  bestimmen  wage,  mit  einem  andern  Metallstücke,
physiologische  Untersuchungen  über  Leben  und  Tod  von  Xaverius ¬
  Bichat,  aus  d.  Franz.  frey  übersetzt,  Tübingen  1802.  8.  Rd.)
            
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