fullscreen : Hillebrand, Julius Hubert: Lehrbuch der deutschen Staats- und Rechtsgeschichte mit Ausschluß der Geschichte der Privatrechtsinstitute

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Bedrohungen  Roms  durch  die  Griechen  in  Süditalien  veranlaßten ¬
  Heinrich  im  J.  1022  zu  einem  Feldzuge  31).  Normännischen ¬
  Söldnern  verlieh  er  dazumal  eine  Strecke  Landes  in  Unteritalien ¬
  und  gründete  so  in  jenen  Gegenden  eine  neue  Macht  32)
Heinrich,  lahm  und  überhaupt  von  schwächlicher  Gesundheit,
starb  kinderlos  im  J.  1024  33).  Mit  ihm  erlosch  der  sächsische
Regentenstamm.  Er  hatte  die  ottonische  Politik,  die  geistlichen
Großen  auf  Kosten  der  weltlichen  zu  begünstigen,  in  sehr  umfassender ¬
  Weise  zur  Anwendung  gebracht.  Mehrfach  verlieh  er  jenen
selbst  die  Grafschaftsrechte  über  ganze  Gaue  34).  Uebrigens  hielt
er  nur  mit  Mühe  das  königliche  Ansehen  in  Deutschland  den  weltlichen ¬
  Herren  gegenüber  aufrecht  35)
Die  Könige  fränkischen  Stammes.
§.  82.
Durch  feierliche  Wahl  wurde  den  8.  September  1024  in  der
Nähe  von  Oppenheim  *)  der  fränkische  Graf  Konrad,  ein  Urenkel
mit  darauf  befestigtem  Kreuze  gegeben  haben,  als  Symbol  der  Verleihung
der  Weltherrschaft  durch  den  heiligen  Vater.  Gotfrid.  Viterb.  Chron.  pars
XIX.  §.  121  sq.
3)  Herm.  Contr.  ad.  a.  1022.
32)  Herm.  Contr.  ad  a.  1022.  1053.  Arnulph  Mediolan  I.  17  (Muratori -
  Script.  IV.  pg.  13.).  Vgl.  auch  Stenzel,  Gesch.  Deutschlands  unter
den  fränk.  Kaisern  Bd.  I.  (1827)  S.  34  f.
33)  Lambert.  Schaffnab.  ad  a.  1024.  Herm.  Contr.  ad  a.  1024.  Annal.
Hildesh.  ad  a.  1024.
34)  Siehe  Dönniges  a.  a.  O.  S.  440.  v.  Löw  a.  a.  O.  S.  174  f.
Im  zwölften  Jahrhunderte  (1146)  wurde  Heinrich  sammt  seiner  Gemahlin
Kunigunde  von  Papst  Eugen  III.  auf  Antrag  des  bambergischen  Bischofs  Engilbert ¬
  unter  die  Heiligen  gesetzt.  Vgl.  Pfister  a.  a.  O.  S.  147.
38)  In  Betreff  der  verschiedenen  Aufstände,  namentlich  in  Lothringen
und  Baiern,  vgl.  Thietmar  VI.  VII.  VIII.
§.  82.  *)  Wippo,  de  vita  Chunradi  imperatoris  (Pistorii  Germanic.
scriptor.  Tom.  III.  pg.  459  sq.):  „Ibi  dum  convenissent  cuncti  primates  et,
ut  ita  dicam,  vires  ac  viscera  regni  cis  et  citra  Rhenum  castra  locabant.
Qui  dum  Galliam  et  Germaniam  dirimat,  ex  parte  Germaniae  Saxones  cum
sibi  adjacentibus  Sclavis,  Franci  Orientales,  Norici,  Alamanni,  convenere.
De  Gallia  vero  Franci,  qui  supra  Rhenum  habitant,  Ribuarii,  Lutharingi,
coadunati  sunt.
            
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