406
Drittes Kapitel.
des Institor keinen Nutzen mehr zu hoffen; denn nach der bonorum
venditio ist das ganze Vermögen des Institor mit Einschluß der zu
cedirenden Klagen bereits auf den bonorum emtor übergegangen 10)
und der Principal als Concursgläubiger auf die Erwartung der vom
bonorum emtor zu zahlenden Procente beschränkt 1); und selbst schon
vor der bonorum venditio würde der Institor nach stattgehabter
missio in bona nicht ohne den Cessionar der Paulianischen Klage
und dem interdictum fraudatorium auszusetzen 12), zur Ertheilung
von Cessionen im Stande gewesen sein. Die auf Unkosten des Principals ¬
begründeten Forderungen des Institor würden also bloß die
Activmasse vermehrt haben und schließlich in der Hauptsache den übrigen ¬
Concursgläubigern als Bereicherung zugefallen sein, wenn der
Principal lediglich an die Person des Institor sich zu halten und
lediglich aus dessen gegenwärtiger Persönlichkeit Rechte abzuleiten gehabt ¬
hätte (interposita persona ejus) 13).
Um dieses unbillige Resultat in diesen und ähnlichen Fällen zu
vermeiden, gestattete der Prätor, so oft der wirklichen Cession des Institor ¬
rechtliche oder thatsächliche Hindernisse im Wege standen 14) wie -
es scheint indeß erst nach besonderer Sachuntersuchung 15) —, daß
der Principal auf Grund einer fingirten Cession aus den Contracten
des Institor utiles actiones suo nomine gegen dessen Schuldner ableitete; ¬
eine Ableitung, bei welcher dann die fingirte Cession nothwendig ¬
vor die bonorum venditio verlegt und ohne Zweifel mit
dem Erwerbe der directa actio als dem Eintritt der zur Forderung
wirklicher Cession berechtigenden Sachlage 16) verknüpft sein wird, weil
nur auf diese Weise der Inhalt der betreffenden Klagerechte als nicht
auf den bonorum emtor übergegangen, sondern als dem Principal
zur Separatbefriedigung überwiesen angesehen werden kann.
10) I. 25 §. 7 D. quae in fraud. cred. (42. 8), 1. 40 D. de oper. lib.
(38. 1), Theophil. III, 12. — of. Gaj. III, 78. IV, 35. — — 11) Theophil.
III, 12. — Ascon. ad Mil. p. 54. — Seneca de benef. IV, 39. — 1. 7 D.
de fideic. libert. (40. 5), l. 25 §. 7 D. quae in fraud. cred. (42. 8). — cf.
Keller, Proc. §. 39 not. 455. — §. 85 not. 1059. 1068. — — 12) 1. 6 §. 7.
I. 10 §. 16 D. quae in fraud. cred. (42. 8). — — 13) Ueber den Begriff der
interposita persona vergi. l. 4 D. de donat. (39. 5), l. 5 pr. §. 2, l. 11
§. 2 sqq. D. de donat. int. V. et U. (24. 1), l. 12 D. si quid in fraud,
patr. (38. 5), 1. 14 D. quae in fraud. cred. (42. 8), l. 32 §. 2 D. ad SCt.
Vellej. (16. 1), l. 32 §. 4 D. de adm. et per. (26. 7). — v. Scheuerl in
Jahrb. f. Dogm. Bd. 2 S. 19 ff. —— 1) Schol. 1 zu Basil. XVIII, 1 c. 1.
2 (suppl. ed. Zach. de Lingeth. p.166): kg d ν ay dvonν -
u u — habet vero et utilem actionem, -
si cedi ei non possit. — of. Lüneburg. Stadtr. Th. II Tit. 24
(Pufenborf, observ. IV, p. 699). —— 15) 1. 5 D. de praetor. stipul. (46. 6)
Idem est cett. — — 18) S. S. 189 ff.