Metadata : Reinhold, Johann Christoph Leopold: Geschichte des Galvanismus

145
Dieser
tens*)  aber  nur  schwankende  Resultate  erhielten.
letztere  erwartet  von  dem  positiven  (eigentlich  negativen)  Pole
die  größeren  Heilkräfte,  und  leitet  unter  Erschütterungsschlägen =
  und  oftern  Wechseln  der  Pole  den  Galvanismus  ebenfalls =
  mittels  einer  eigenen  Vorrichtung  durch  beyde  Ohren.
Diese  besteht  aus  einer  Binde  von  doppelten  seidenen  Schnüren, =
  welche,  um  den  Kranken  nicht  zu  drücken  und  sich  bequemer =
  behandeln  zu  lassen,  mit  beyden  Enden  an  seidne
Bänder  dergestalt  genähet  sind,  daß  die  vordern  sich  an  einem
und  demselben  Bande  befinden,  von  den  hintern  aber,  um  zusammen =
  gebunden  werden  zu  können,  jedes  sein  besonderes  hat.
Diese  doppelten  Schnüre  gehen  an  jeder  Seite  durch  einen,
an  ihnen  nach  Gefallen  verschiebbaren  (lackirten  oder  mit
Taft  u.  dgl.  überzogenen)  Kork,  von  einer  in  das  äußere
Ohr  genau  passenden  Gestalt.  Durch  den  Mittelpunkt  von
diesen  ist  ein  etwas  streug  gehender,  ohngefähr  3  Zoll  langer, =
  etwas  starker  Silberdraht  gestochen,  welcher  vorn,  wo
er  in  den  Gehörgang  kommt,  ein  Knöpfchen,  hinten  aber,
wo  er  nach  außen  aus  dem  Korke  hervorsteht,  ein  Oehr  zum
Einhängen  der  Kette  hat.  Er  ist  in  seiner  Mitte  ein  wenig
schwächer  gefeilt,  um  beym  Einbringen  ins  Ohr  etwas  nasse
Leinwand  u.  dgl.  darum  wickeln  zu  können.  Das  ganze  Jnstrument =
  legt  Martens  unter  dem  Kinne  an,  und  bindet  es,
wenn  Kork  und  Drähte  in  gehöriger  Ordnung  sind,  auf  dem
Unstreitig  hat  diese  Vorrichtung  ihrer  EinWirbel =
  fest
fachheit  wegen  vor  der  Grapengießerschen  Vorzüge,  doch
finden  sich,  wie  ich  unten  zeigen  werde,  auch  an  ihr  einige
Mängel,  welche  sie  entbehrlich  machen.  Eine  äußerst  merkwürdige ¬
  Cur  wurde  endlich  von  Huber  und  Hagenbach
an  einem  Nervenschwachen,  nach  dem  Gebrauche  der  Belladonna ¬
  taub  und  stumm  gewordenen  Mädgen  vollbracht,
*)  S.  dessen  Schrift.  S.  57  folg.
12)  Martens  beschrieb  diese  Binde  in  seiner  Schrift  S.  187
folg.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer