Inhaltsverzeichnis : Benzenberg, Johann Friedrich: Versuche über das Gesetz des Falls, über den Widerstand der Luft und über die Umdrehung der Erde, nebst der Geschichte aller früheren Versuche von Galiläi bis auf Gugielmini

108
wird  sie  bey  gleichförmiger  Geschwindigkeit,  von  3e
zwey,  von  60  vier  verlieren.  Aber  der  Fall  géschieht
mit  beschleunigter  Geschwindigkeit,  und  der  Widerstand ¬
  wird  hiedurch  bey  grossen  Höhen  viel  grösser.
Gesetzt  eine  Bleykugel  fallt  5  Sek.,  lo  sollte  ihr  Weg,
15.25  —  375  F.  ſeyn.  Hievon  hâtte  lie,  wenn  die
Bewegung  nicht  beschleunigt  wäre,  nur  25  Fuls  verlohren. ¬
  Aber  die  mittlere  Geschwindigkeit  innerhalb
der  4  letzten  Sekunden  verhält  sich  zu  der  am  Ende
der  ersten  erlangten  Geschwindigkeit  wie  3  :  1.  Man
muss  also  wegen  der  Zunahme  der  Geschwindigkeit
den  Abzug  auf  3.  25  —  75  Fuls  setzen,  und  so  findet
man  die  wahre  Fallhôhe  —  300  Fuls,  lo  wie  lie  in
Mariottens  Tafel  berechnet  ist.  Aus  dieler  Regel  bestimmt ¬
  nun  Mariotte  die  grölstmögliche  Geschwindig.
keit  für  diese  Bleykugeln  zu  140  Fuls  in  der  Sekunde. ¬
  (Wie  mangelhaft  die  Regel  ist  ;  dass  die  für  den
Widerstand  abzuziehende  Höhe  dem  Fallraum  und
der  mittleren  Geschwindigkeit  proportional  sey,  sieht
man  aus  folgendem.  Mariotte  nimmt  selbst  da,  wo
sich  die  Geschwindigkeit  schon  sehr  dem  constanten
Zustande  nähert,  nicht  auf  diese  Aenderung  Rücksicht,
londern  berechnet  die  Werthe  in  seiner  Tafel  nach
derjenigen  Geschwindigkeit,  welche  die  Kugel  im
Leeren  würde  gehabt  haben.  Er  nimmt  also  an  :  die
Luft  widerstehe  nach  Verhältnils  einer  Geschwindig.
keit,  mit  welcher  die  Kugel  sich  wirklich  nicht  bewarf. ¬
  Hätte  Mariotte  hierauf  Rücksicht  genommen,
so  würden  seine  Resultate  beträchtlich  anders  ausgefallen ¬
  seyn.)
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer