Metadaten : Lehrbuch des Pandektenrechts (3)

Anfall  und  Erwerb  des  Vermächtnisses.  §.  643.
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annehmen  zu  wollen,  hat  also  nur  die  Bedeutung,  daß  durch
sie  die  rechtliche  Möglichkeit,  das  Vermächtniß  auszuschlagen,
verloren  wird.
fg.  377.  XI.  S.  196  fg.  Fruchterwerb  des  bonae  fidei  possessor  S.  35.
54,  s.  außerdem  Pöschmann  Observationum  ad  ius  anteiustinianeum
et  iustinianeum  triga  (Lipsige  1857)  obs.  1  und  dens.  Studien  zu  Gajus
Heft  2  (Leipzig  1860)  Vorwort,  Dietzel  Heidelb.  krit.  Zeitschr.  V  S.  554,
Baron  Gesammtrechtsverhältnisse  S.  427.  435,  Ihering  Jahrb.  f.  Dogm.
X  S.  476  fg.;  gegen  diese  neue  Lehre  Fitting  Arch.  f.  civ.  Pr.  XLII  S.
147—167,  v.  Crailsheim  a.  a.  O.  (§.  642)  S.  370—390,  Arndts
§.  555  Anm.  §.  560  Anm.  2  und  Forts.  von  Glück  S.  264  fg.  Unger  §.  62
Anm.  2,  Vangerow  II  §.  529,  Wächter  das  schwebende  Eigenthum  (1871)
S.  7.  Gegen  die  neue  Lehre  spricht  m.  E.  zwar  nicht  Alles,  was  man
gegen  sie  geltend  gemacht  hat,  aber  doch  in  hinreichend  entscheidender  Weise:
1)  daß  die  Proculianer  auch  lehrten,  daß  bei  einem  bedingten  Vermächtniß
der  Zustand  der  Herrenlosigkeit  der  Sache  bis  zur  Entscheidung  über  Erfüllung ¬
  oder  Nichterfüllung  der  Bedingung  fortdauere  (Gai.  II  200),  und
hier  ganz  unzweifelhaft  die  gegentheilige  Meinung  recipirt  ist,  1.  66  D.  de
R.  V.  6.  1,  1.  11  §.  1  D.  quemadm.  serv.  8.  6,  1.  12  §.  2  D.  fam.  erc.
10.  2,  1.  9  §.  5  D.  de  pecul.  15.  1,  l.  32  §.  1  D.  de  leg.  110,  l.  29
§.  1  D.  qui  et  a  quib.  40.  9;  2)  daß  nach  1.  16  §.  1  D.  qui  testam.  28.
1,  1.  24  pr.  D.  de  O.  et  A.  44.  7,  1.  7.  §.  8  C.  de  cur.  fur.  5.  70  auch
ein  Wahnsinniger  ein  Vermächtniß  erwerben  kann  (die  genannten  Stellen
wie  Köppen  will,  bloß  vom  Anfall  zu  verstehen,  ist  Willkür);  3)  vor  Allem
aber  1.  19  §.  1  D.  quemadm.  serv.  8.  6.  „Si  per  fundum  meum  viam
tibi  legavero  et  adita  mea  hereditate  per  constitutum  tempus  ad  amittendam -
  servitutem  ignoraveris  eam  tibi  legatam  esse,  amittes  viam
non  utendo.  Quodsi  intra  idem  tempus,  antequam  rescires  tibi  legatam
servitutem,  tuum  fundum  vendideris,  ad  emtorem  via  pertinebit,  si
reliquo  tempore  ea  usus  fuerit,  quia  scilicet  tua  esse  coeperat;  ut  iam
nec  ius  repudiandi  legatum  tibi  possit  contingere,  cum  ad  te  fundus
non  pertineat“.  Köppen  erklärt  in  dem  ersten  der  oben  genannten  Aufsätze ¬
  die  Aufnahme  dieser  Stelle  für  ein  Versehen  der  Compilatoren,  gegenwärtig ¬
  sucht  er  sich  mit  der  Idee  des  werdenden  Eigenthums  (der  Vermächtnißnehmer ¬
  sei  Eigenthümer  unter  der  condicio  iuris  seines  Wollens,  vgl.  I
§.  89  Note  132)  zu  helfen.  Unter  den  Stellen,  welche  Köppen  für  seine
Ansicht  anführt,  haben  noch  das  meiste  Gewicht  diejenigen,  in  welchen  geleugnet ¬
  wird,  daß  in  der  Ausschlagung  eines  Vermächtnisses  eine  Vermögensverminderung ¬
  liege,  1.  5  §.  5  D.  de  I.  D.  23.  3,  l.  5  §.  14  D.  de  don.
i.  v.  e.  u.  24.  1,  l.  1  §.  6  D.  si  quid  in  fraud.  patr.  38.  5,  l.  6  pr.
§.  4  D.  quae  in  fraud.  cred.  42.  8;  aber  wenn  nach  Ausschlagung  des  Vermächtnisses ¬
  es  so  gehalten  wird,  als  hätte  der  Vermächtnißnehmer  nie  gehabt,
so  vermindert  er  ja  wirklich  durch  die  Ausschlagung  sein  Vermögen  nicht,
und  s.  andererseits  auch  1.  5  §.  8  D.  de  reb.  eor.  27.  9.  L.  13  D.  de
cond.  inst.  28.  7  will  nur  betonen,  daß  Annahmeerklärung  vor  erfüllter
Bedingung  wirkungslos  sei  (nicht  das  Recht  zum  Ausschlagen  nehme);  wenn
            
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