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der akademischen Studienzeit immer im Auge behalten, daß man nicht bloß
die Vorbereitung zum Bestehen der Staatsprüfungen treffe, sondern ein
das ganze Leben fortdauerndes Studium begründe."
S. 102,103. „Die Zeit zwischen dem Abgang vom Gymnasium und dem Be-
ginn der academischen Studien gehört erfahrungsmäßig zu den glücklichsten Zeiten
der Jugend. Mit frischem Muth nach Vollendung der ziemlich langen Vorberei-
tungslaufbahn und mit freudigen Hoffnungen tritt der Jüngling in das freie
Leben, oft unbekümmert um die Zukunft und kaum daran denkend, daß auch
die Zeit der academischen Studien bald ein schöner Traum gewesen sein wird.
Der Ernst des Lebens naht sich jedoch unversehens und öconomische Einthei-
lung der Zeit ist vom Anbeginn an eines der ersten Erfordernisse, um in
das künftige Leben Ordnung zu bringen — Ordnung, deren Begriff in
Fleisch und Blut des künftigen Staatsdieners, Juristen wie Verwaltungs-
beamten, übergehen muß, weil er die Basis und den Zweck alles Rechts- und
Staatslebens bildet. — Meist wird jene Zwischenzeit in harmloser Erholung
und im dolce far niente hingebracht; allein gerade diese Zeit sollte ent-
weder zum Nachholen etwa versäumter Dinge — und wer sollte dessen nicht
bedürfen — oder zur Vorbereitung zum academischen Studium verwendet
werden; doch soll dem angehenden Studirenden dabei nicht gerade eine über-
mäßige Anstrengung zugemuthet werden. Es fehlt nicht an nützlichen Schriften,
die zur Vorbereitung zum academischen Studium dienen; solche verschaffe
man sich, besonders eine Propädeutik, Hodegetik oder Methodologie des Fach-
studiums, das man zu betreiben gedenkt, um sogleich beim Beginn des Stu-
diums etwas orientirt zu sein, oder auch ein derartiges allgemeineres Werk,
das sich auf das Studium überhaupt bezieht. Man benutze also schon jene
Zwischenzeit, denn die Zeit des academischen Studiums ist im Verhältniß
zu den jetzt hohen Anforderungen an den künftigen Staatsbeamten und zu
der Masse des wissenschaftlichen Materials eine sehr kurze und muß tüchtig
benutzt werden; denn jeder Trost, Versäumtes dereinst nachholen zu können,
ist ein leerer, da selten Zeit noch Lust dazu sich zeigt, und thatsächlich und
erfahrungsmäßig das Versäumte selten nachgeholt wird, vielmehr die dadurch
entstandenen Lücken später oft unverhofft recht fühlbar werden."
S. 117. „Das letzte Halbjahr soll besonders zum Privatstudium verwendet
werden und erfordert in der That eine nicht geringe Anstrengung, wenn man
sofort zur ersten Staatsprüfung schreiten will. Man säume damit nun auch
nicht länger, sofern man nur das Bewußtsein hat, seine ganze Studienzeit
gehörig benutzt zu haben; wenn dieses aber fehlt, so eile man nicht leicht-
fertig und im Vertrauen auf das Glück mit der Staatsprüfung, denn es ist
bester, mit Sicherheit in dieselbe zu gehen, als mit dem Bewußtsein mangel-
hafter Kenntnisse und etwa auf die Gefahr hin, gar zurückgewiesen zu wer-
den und sich zur Wiederholung der Staatsprüfung genöthigt zu sehen. Auch
der Vortheil der Erlangung einer ausgezeichneten oder guten Censur ist nicht
gering anzuschlagen, da meistens darauf Vorzüge bei Anstellungen im Staats-
dienst gegründet werden. Daher begnüge man sich nicht mit einer Vorbe-
reitung, die nur zum nothdürftigen Bestehen der Staatsprüfungen als hin-
reichend erscheinen mag. Man beherzige überhaupt den bekannte» Spruch:
A'Ibv aQiOxtvuv xal v71sLqo%ov e{i[ievcu akkaav.