VI. 4.
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mehr noch als die Anziehung des Westens,
die Neigung zur
Abstossung im Östen bemerkbar wird.
Man vergleiche folgende Zahlen für das Jahr 1884.
An der
überseeischen Auswanderung aus Deutschland, die im
ganzen
143 586 Personen betrug, nahmen Teil aus
Provinz Westpreussen 14 069
Provinz Westfalen
3268
Pommern
15412
5058
Rheinland
13500
Bremen
„ Posen
1146
1958
Oldenburg
Hamburg 2504')
Der Gegensatz ist um so bemerkenswerter, als den Gebieten ¬
mit den geringeren Auswanderungsziffern, namentlich
Hamburg und Bremen, die Gelegenheit zur Auswanderung
viel näher und bequemer liegt.
§ 72.
Genug nun der Zahlen! Es hiesse die umfänglichen
statistischen Publikationen des Reichs, der einzelnen Staaten
und der einzelnen Verwaltungsbezirke reproduziren und ein
mehr oder minder schnell veraltendes Zahlenwerk anhäufen,
wollte man die Gestaltungen, welche aus den Wanderungen
resultiren, noch weiter verfolgen. Hier kam es nur darauf
an, im Zusammenhänge der Untersuchung die wichtigsten
Thatsachen hervorzuheben, welche in den Wanderungen zu
l'age treten.
Das Ergebniss lässt sich etwa in folgende Sätze zusammenfassen: ¬
1) Der Östen zeigt die relativ geringste Anziehungskraft, ¬
so dass die relativ stärkste Auswanderung aus seinem
Gebiet und die relativ schwächste Einwanderung in dasselbe
erfolgt. 2) Die Wanderungen bewegen sich in der Richtung
von Östen nach Westen. Doch vollzieht sich die Bewegung
hauptsächlich innerhalb kleinerer Gebiete — wobei die grösseren
Orte, vor allem die Städte als Mittelpunkte des Wanderungsgebiets -
eine besondere Anziehungskraft äussern — und demnächst ¬
vornehmlich im Austausch mit benachbarten Gebieten.
wobei die politische Abgrenzung von so geringer Bedeutung
ist, dass die Einwanderung nichtdeutscher Elemente nach
Deutschland aus den Grenzlanden (Russland und Oesterreich
sehr viel erheblicher ist, als die aus nicht unmittelbar benachbarten ¬
deutschen Bundesstaaten. 3) Die Wanderungen
haben nicht die Bedeutung eines Ausgleichs zwischen den
verschiedenen Gebietsteilen des Deutschen Reichs; der Zuzug
steht vielmehr im umgekehrten Verhältniss zur Dichtigkeit der
Bevölkerung, so dass die dünn bevölkerten Gegenden dadurch
*) Monatshefte zur Statistik d. D. R. 1884 XII S. 56.