Inhaltsverzeichnis : Girtanner, Wilhelm: Rechtsfälle zu Puchta's Pandekten

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den  Münchener  Jahresübersichten  wurde  in  sechs  städtischen
Betrieben  (vor  allem  bei  Arbeiten  im  Freien)  an  297  Tagen
im  Jahre  gearbeitet')  und  davon  z.  B.  im  Jahre  1900
10  Stunden  an  174  Tagen
„  27
9  8 „

„  96
n
Im  Jahre  1897  haben  die  im  Verein  „Arbeiterschutz“  organisierten ¬
  städtischen  Arbeiter  Münchens  eine  Erhebung  unter
ihren  Mitgliedern  veranstaltet?).  In  allen  Fällen  wurden  Stundenlöhne ¬
  gezahlt;  die  Höhe  des  Tagesverdienstes  betrug  dabei  im
Sommer  2,40—3,00  Mk.,  im  Winter  1,92—2,40  Mk.  Fast
durchweg  findet  sich,  dass  der  Lohn  im  Winter  sinkt.  Zwar
wurden  in  einer  Reihe  von  Fällen  bei  sinkender  Arbeitszeit  die
Stundenlöhne  etwas  erhöht,  aber  die  Mindereinnahme  wurde
dabei  keineswegs  ausgeglichen.
In  einem  der  Fragebogen  heisst  es  auf  die  Frage  nach
der  Höhe  des  Lohnes  wörtlich:
„Im  Sommer  10  Stunden  zu  2,60  Mk.,  vom  15.  Oktober
ab  9  Stunden  zu  2,45  Mk.,  vom  1.  November  bis  1.  März
8  Stunden  zu  2,30  Mk.,  vom  1.  März  bis  15.  März  9  Stunden
zu  2,45  Mk.
Seit  kurzer  Zeit  hat  nun  München  für  die  Arbeiter  seines
Stadtbauamts  eine  neue  Arbeitsordnung  eingeführt.  Als  Lohn
für  vollkommen  leistungsfähige  Arbeiter  wird  hier  bezahlt:
1.  bei  Sommerarbeit
pro  Stunde
a)  für  Vorarbeiter
53  Pf.
b)  "  Gehilfen  (gelernte  Arbeiter)
48  c) „
  "  Tagelöhner  (ungelernte  Arbeiter)  32  Weiber „

d),
24  2. „
  bei  Winterarbeit  wird  dieser  Lohn  um  2  Pf.  pro  Stunde
erhöht.
Die  Sommerarbeitszeit  beträgt  nun  vom  15.  März  bis
’)  Bei  vielen  Arbeiten  natürlich  auch  365  Tage,  ohne  dass  mit  dem
Wechsel  der  Jahreszeit  sich  auch  ein  solcher  in  der  Arbeitsdauer  vollzogen ¬
  hätte.
*)  Die  eingegangenen  Fragebogen,  115  an  der  Zahl,  wurden  dem
Verfasser  in  dankenswerter  Weise  von  dem  Vorstand  der  betreffenden
Sektion  zur  Verfügung  gestellt.
            
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