Full text : Kirschberg, Manfred: ¬Der Postscheck

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Die  weiteste  Verbreitung  erlangte  das  Scheck-  und
Clearing-System  in  den  angelsächsischen  Staaten,  besonders
in  England  und  Nord-Amerika.
Sir  John  Lubbock’)  zeigte  bereits  1864  in  einer  genauen
Analyse,  daß  von  allen  Zahlungen  des  von  ihm  geleiteten
Bankhauses  78,8%  durch  Clearing,  23,4%  durch  Schecks
und  Wechsel,  die  nicht  durch  das  Londoner  Clearing-House
gingen,  erledigt  wurden.
Nach  Schraut2)  waren  unter  den  Einnahmen  der  englischen ¬
  Banken  die  Schecks  vertreten:
in  London  mit  97,233%
in  Edinburgh  mit  86,780°
in  Dublin
mit  89,900%
solche  Rücksichten  maßgebend,  so  müßte  man  auch  folgerichtig  die  Schreibweise ¬
  anderer  Wörter  fremden  Ursprunges  ändern  z.  B.  Christ,  Bureau,
Friseur  usw.!  Mit  der  Verbreitung  des  Scheckwesens  schwindet  auch  die
Unkenntnis  der  Aussprache.  Übrigens  versteht  man  in  verschiedenen
Gegenden  Süddeutschlands  und  in  der  Schweiz  unter  einem  „Scheck“
einen  Schecken,  ein  falbenes  Pferd!  Mit  Recht  hat  das  schweizerische
Bundesgesetz  betr.  den  Postcheck  und  Giroverkehr  die  Schreibart  des
Sch.  O.R.  „Check“  aufgenommen.  Aus  Rücksicht  auf  Deutschland  und
Österreich,  auf  deren  Verhältnisse  unsere  Arbeit  sich  zum  großen  Teile
bezieht,  schreiben  wir  „Scheck“,  da  es  dort  offizielle  Schreibart  ist.
Journal  of  the  Statistical  Society.  Vol.  XXVIII.  Jahrg.  1865  S.  362.
Man  vergleiche  mit  dieser  Analyse  die  von  Rauchberg  im  Juni  1895  bei  der
österr.  Kreditanstalt  in  Wien  vorgenommene:
Eingang
Ausgang
Durch  Schecks
Durch  ausgestellte  Schecks  11,29%
7,58%  ()
Postanweisungen
Lastschriften  auf  Girokonto
0,05%
26,24%  (!)
Gutschrift  auf  Girokonto
Bargeld
37,58%
62,47%  ()
Vista  Anweisungen.
0,09%  ()
Bargeld
54,70%  ()
100,00%
100,00%
2)  Schraut,  Organisation  des  Kredits  S.  9ff.  (nach  den  statistischen
Angaben  von  H.  Pownall,  vorgelegt  dem  Institute  of  Bankers,  London).
Ein  ähnliches  Resultat  ermittelt  B.  Stringher  „Note  die  Statistica  e  legislazione ¬
  comparata“  Annali  Statistica  Ser.  3a  vol.  3  (1883.)
3)  Rauchber,
„Statist.  Studie  über  den  Giro-Verkehr“,  Statist.  Monatsschrift ¬
  1886  S.  275.
            
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