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1. Kapitel. Geschichte und Umfang.
auf 8 mit 2300 Aktien und 3¼ Millionen M. Einzahlungen; 1892 gab
es 10 Gesellschaften mit 3 325 Aktien und 3,1 Millionen M. Einzahlungen.
Die Durchschnittsprämie wird für 1814 auf 3,56 Proz., für 1820 auf 1,69.
für 1855 auf 1,57, für 1870 auf 1,21, für 1887 auf 0,88, für 1891 auf
0,93 Proz. angegeben.
Was Bremen betrifft, so wurden 1892 daselbst Seeversicherungen
über 496 Millionen M. abgeschlossen, wovon auf die 5 dortigen Gesellschaften ¬
und auf Bremische Privatversicherer 116, auf 47 andere
deutsche und aufserdeutsche Gesellschaften 380 Mill. entfielen.
Im Jahre 1880 gab es in Deutschland 76 TransportversicherungsGesellschaften, -
und zwar in Hamburg 15, in den übrigen Seeplätzen 30,
in Binnenplätzen 31; auf Gegenseitigkeit waren 15, auf Aktien 61 gegründet; ¬
von ersteren betrieben 11 nur See-, 4 nur Flufsversicherung
von den 34 Aktiengesellschaften in Secplätzen befassten sich 27 nur
mit See-, 7 auch mit Flufsversicherung, während die Gesellschaften in
den Binnenplätzen alle Zweige der Transportversicherung, zum Teil
auch Lebens-, Feuer-, Unfall- oder Glasversicherung betrieben. Die bedeutendste ¬
deutsche Rhederei-Gesellschaft, der Norddeutsche Lloyd, ist
für ihre Schiffe Selbstversicherer. Im Jahre 1886 vereinnahmten 28 in
Seeplätzen domizilierte Gesellschaften mit 27,2 Millionen M. gezeichnetem ¬
und 5,9 Millionen M. eingezahltem Aktienkapital nahezu 15 Millionen ¬
M. Brutto- und wenig über 10 Millionen M. Nettoprämien, sowie -
24 in Binnenplätzen sefshafte Gesellschaften mit 96,4 Millionen M.
gezeichnetem und 19 Millionen M. eingezahltem Aktienkapital (wovon
aber 44,1 bezw. 9,5 Millionen M. auch für den Betrieb anderer Versicherungszweige ¬
hafteten) 30,3 Millionen M. Brutto- und 21,3 Millionen M.
Nettoprämien. Ausserdem bestanden 12 Aktien -Gesellschaften für
Transport-Rückversicherungen mit 33,3 Millionen M. gezeichnetem und
6,0 Millionen M. eingezahltem Aktienkapital, welche 5,6 Millionen M.
Brutto- und 4,8 Millionen M. Nettoprämien erzielten. Neben diesen
Aktiengesellschaften giebt es noch eine Anzahl kleiner GegenseitigkeitsVerbände ¬
für Flussfahrzeug-Versicherungen in verschiedenen Stromgebieten, ¬
sowie unter Küstenfahrern.
Ebenso wie in anderen Ländern ist auch in Deutschland von den
Seeversicherern zu verschiedenen Zeiten über ungünstige Geschäftslage,
übertriebene Konkurrenz mit Prämiendruck im Gefolge, Betrügereien
Versicherter u. s. w. geklagt worden. In neuerer Zeit scheint jedoch
durch die in 1872 erfolgte Vereinigung der meisten bedeutenderen Gesellschaften ¬
zu einem internationalen Transportversicherungs-Verbande, -
welchem auch österreichische, schweizerische, italienische, russische ¬
und skandinavische Gesellschaften beigetreten sind, zum Zwecke
der Vereinbarung gemeinschaftlicher Prämientarife, Versicherungsbedingungen ¬
u. s. w. ein Wandel zum Besseren eingetreten zu sein.