FÜNFTES BUCH. IV. KAPITEL.
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Die Töne behielten dieselben Benennungen wie in dem diatonischen System, nur
dass im chromatischen System zu den halben Tönen cis, fis, u. s.f. das Wort chromatice
hinzugesetzt wurde, als z. B.
cis
Lichanos hypaton chromatice
meson
sis
und zu den Viertelstönen das Wort enharmonice z. B.
Lichanos hypaton enharmonice + cis
6 Vietelst.
meson
Die Alten pflegten gewöhnlich den ganzen Ton in 9 Commata zu zergliedern.
Dem grösser halben Tone gaben sie 5, und dem kleinern 4. Ein Comma wurde wieder -
in 2 Schismata getheilt. Folglich kamen auf einen ganzen Ton 2 + 9 oder
18 Schismata, auf einen grösser halben Ton 2 + 5 oder io, auf den kleinern halben
Ton 2 + 4 oder 8 Schismata.
Weil die beyden untersten Tetrachorde keine vollkommene Octave machten, so nahm
man unten noch eine Saite hinzu, die den Ton A gab. Sie wurde deswegen Proslambanomenos, -
nehmlich Phthongos, assumtus, s. adquisitus tonus, genannt. Vid.
Meibom in notis ad Aristidem, p.209.
Damit man den Unterschied zwischen der Alten ihrer Tonleiter und unsrer jetzigen
besser übersehen und beurtheilen könne, mag folgendes dienen:
1) anstatt der Tetrachorde, deren sich die Alten bedienten, haben wir die Octaven
de fgahc
2) Sie schlossen ihre Töne nur in 2 Octaven ein. Wir haben deren mehrere
und dieses erfordert auch die Stimme der Menschen von verschiedenen Altern.
3) Sie wussten nichts von den halben Tönen zwischen g und a, zwischen d und e,
und zwischen ihren beyden äussersten Saiten nichts. Wir bedienen uns derselben mi
vielem Vortheil.
4) Bey ihnen waren die Viertelstöne üblich; bey uns werden sie wenig mehr ge
achtet. Man hat sie so gar bey Klavieren und andern vielsaitigen Instrumenten der Unbequemlichkeit -
wegen abgeschafft *). Folgendes Schema wird den Unterschied noch
fasslicher machen:
*) In der Execution finden sie noch statt, zumal bey der menschlichen Stimme, auf Geigen
und Blasinstrumenten, Flôte, Hoboe u. s. f.
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