Object : Lempert, Wolfgang: Konzeptionen zur Analyse der Sozialisation durch Arbeit

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außerberufliche  Sozialisation  auch  als  Reproduktion  und
Transformation  seines  Arbeitsvermögens  interpretieren.  Seine
Fähigkeiten  und  Bedürfnisse  werden  sowohl  durch  die  Tätigkeit
des  Produzierens  als  auch  durch  den  Genuß  ihrer  Produkte  geformt. -
  Gesellschaftliche  Arbeit  erzeugt  also  nicht  nur
materiellen  Reichtum,  sie  bringt  -am -
  Anfang  der  Gattungsgeschichte -
  eher  unmittelbar,  später  mehr  durch  besondere
Bildungsinstitutionen  vermittelt  -  auch  menschliches  Handlungspotential -
  hervor.
Der  Kapitalismus  hat  zwar  die  Produktivkräfte  des  gesamten
Systems  gesellschaftlicher  Arbeit  außerordentlich  gesteigert,
jedoch  nicht  zu  einer  entsprechenden  Entfaltung  der  Fähigkeiten -
  des  durchschnittlichen  Einzelarbeiters  geführt,  diese
sind  vielmehr  hinter  den  Eigenfähigkeiten  der  technischen
Anlagen,  dem  strukturellen  Potential  bürokratischer  Großorganisationen -
  und  den  Spezialqualifikationen  einer  Minderheit
von  Experten  und  Managern  immer  weiter  zurückgeblieben.  Der
Ausschluß  der  Mehrheit  von  planenden,  dispositiven  und  kontrollierenden -
  Funktionen,  die  fortschreitende  Ausgliederung  des
Lernprozesses  aus  dem  Arbeitsprozeß,  die  weitgehende  Trennung
von  theoretischem  und  praktischem  Lernen  und  die  auch  sonst
arbeitsanaloge  Deformation  des  Lernens,  seine  Fremdbestimmung,
Parzellierung  und  Instrumentalisierung  (Notenbezug  statt  Inhaltsorientierung) -
  haben  auf  der  anderen  Seite  kompensatorische
Bedürfnisse  nach  materiellem  Konsum  hervorgebracht,  deren
Übermaß  auch  eine  weiter  expandierende  Produktion  kaum  gewachsen
wäre.
Weil  das  Weiterwachsen  der  Wirtschaft  durch  die  Verknappung
der  Rohstoff-  und  Energiereserven  der  Erde  begrenzt  wird,
erscheinen  eine  Umorientierung  auf  das  "Produktionsziel  reiche
Individualität"  (Rudolf  BAHRO)  und  die  sie  ermöglichende
Sozialisierung  der  Wirtschaft  und  Demokratisierung  der  Gesellschaft -
  zumindest  in  allen  Industrieländern  notwendig.  Da  aber
diese  Notwendigkeit  den  meisten  Individuen,  gerade  auch  vielen
Angehörigen  besonders  benachteiligter  Gruppen  in  industriell
fortgeschrittenen  Staaten  infolge  der  weitgehenden  Verinner¬
            
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