Object : Hillebrand, Julius Hubert: Lehrbuch des heutigen gemeinen deutschen Privatrechts mit Einschluß des Handels- und Lehenrechts

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Ritterdienst  geleistet  wurde  und  das  deßhalb  besonders  bevorrechtet
war.  Einzelne  dieser  Privilegien  finden  sich  nicht  selten  noch*);
doch  gehören  solche  nur  dem  öffentlichen  Rechte  an,  wie  PatrimonialFo ¬

gerichtsbarkeit,  Gutspolizei,  Befreiung  von  einzelnen  Staatslasten;
insbesondere  von  Steuern  2).  Die  Rittergüter  stehen  nicht  alle  im
Eigenthum  ihrer  Besitzer,  sie  erscheinen  nämlich  entweder  als  Lehens
oder  als  Alode  und  sind  häufig  mit  der  Eigenschaft  eines  Stammgutes ¬
  im  e.  S.  oder  eines  Familienfideicommisses  bekleidet  *)
II.  Bauerngüter  nennt  man  die  Landgüter,  auf  denen
wenigstens  vordem  außer  den  öffentlichen  Staatslasten  und  Gemeindelasten ¬
  noch  besondere  privatrechtliche  ruheten,  welche  Ueberbleibsel ¬
  der  Schutzpflichtigkeit  oder  der  Leibeigenschaft  der  früheren
Besitzer  waren  3).  Solche  Beschwerungen  sind  jetzt  übrigens  häufig
weggefallen  6
——
—
a.  a.  O.  §§  114  b;  119  b.  Wilda  a.  a.  O.  S.  298.  Beseler  a.  a.  O.
Walter  a.  a.  O.
25)  Beseler  a.  a.  O.
§  68.  *)  Siehe  Weber,  Abhandl.  über  die  Rittergüter  (1802).  Hagemann, ¬
  Landwirthschaftsrecht  §  181  f.  Eichhorn  a.  a.  O.  §  287.  Phillips, ¬
  Grundzüge  2c.  §  191.  Maurenbrecher  a.  a.  O.  §  650  f.  Walter
a.  a.  O.  §  463  f.  Gerber  a.  a.  O.  §  79.  Beseler  a.  a.  O.  III.  S.82.
Der  Landesherr  vermag  hier  und  da  einzelne  Güter  in  die  in  Rede  stehende
Kategorie  zu  erheben.  Vrgl.  Maurenbrecher  a.  a.  O.  §  651.  Reyscher,
Gemeines  und  Würtemb.  Privatr.  Bd.  I.  §  236.
2)  Hierauf  bezieht  sich  die  Parömie:  „Frei  Mann,  frei  Gut“.  Bral.
Hillebrand,  Deutsche  Rechtssprichwörter  S.  43  f.
3)  Siehe  unten  Kap.  III.  dieses  Buches.
4)  Vrgl.  §§  69.70.  Alodiale  Rittergüter,  welchen  außer  der  Befreiung  von
Abgaben  keine  weiteren  Privilegien  zustanden,  führen  häufig  den  Namen  Sadelhöfe ¬
  (Sedelhöfe,  sattelfreie  Güter);  doch  sind  keineswegs  alle  so  bezeichneten ¬
  Güter  in  irgend  einer  Weise  bevorrechtet.  Siehe  überhaupt
Püttmann,  über  die  Sattelhöfe,  deren  Rechte  und  Freiheiten  (1788).
Eichhorn  a.  a.  O.  Phillips  a.  a.  O.  Gerber  a.  a.  O.  §  79  Note  9.
Walter  a.  a.  O.  §  463.  Reyscher  a.  a.  O.  Sachse,  Großh.  Sächs.
Privatr.  §  257.
3)  Vrgl.  Eichhorn,  Deutsche  Staats=  u.  Rechtsgesch.  §§  368;  448;  545.
6)  Siehe  Gerber  a.  a.  O.  §  80.  Walter  a.  a.  O.  §  505.  Beseler
a.  a.  O.  S.  88.
            
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