Metadata : Keim, Johann H.: Geistliches ABC für die christliche Familie

Demut.
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sie  Schande  und  verbergen  ihr  Antlitz  im  Schatten  des
Paradieses.  Die  Stammeltern  wollten  zu  hoch  hinaus;
und  diesen  Fehler,  an  dem  die  erste  Familie  elendiglich  zu
Grunde  ging,  haben  sie  leider  auf  ihre  Nachkommen  vererbt. -
  Auch  heute  will  mancher  und  manche  noch  hoch
hinaus;  es  ist  dies  ein  Grundübel  unserer  Zeit.  Die  Demut
ist  wie  eine  verachtete  Magd,  um  die  sich  niemand  kümmert.
Dieses  Wort  paßt  so  wenig  wie  das  Wort  Abtötung  in
unsere  moderne  Zeitrichtung.  Hochmut  aber  kommt  vor
dem  Falle;  das  bewahrheitete  sich  an  der  ersten  Familie,
und  das  hat  sich  seither  an  unzähligen  Familien  in  der
traurigsten  Weise  bestätigt.  War  die  erste  Familie  ein  Abbild -
  des  Hochmutes,  dann  ist  die  erste  christliche  Familie,
die  allen  Familien  zum  Vorbilde  dienen  soll,  das  gerade
Gegenteil,  eine  Familie  der  Demut.  Christus,  der  Mittelpunkt -
  dieser  Familie,  lebte  freiwillig  in  größter  Niedrigkeit.
Er,  der  König,  der  Gottessohn,  wählte  nicht  einen  königlichen -
  Palast,  sondern  einen  Stall  zu  seiner  Geburtsstätte,
und  eine  armselige  Krippe  mußte  ihm  die  erste  Lagerstätte
bieten.  Nicht  eine  Königin,  sondern  eine  arme  Jungfrau
war  seine  Mutter;  ein  armer  Arbeiter,  ein  Zimmermann,
ist  sein  Nährvater;  das  verachtete  Nazareth  genügt  ihm  als
Aufenthaltsort.
Demütig  arbeitet  er,  der  Gottessohn,  an  der  Seite  seines
Nährvaters  und  übernimmt  die  Aufträge  der  Menschen.
Hier  halte  ein  wenig  ein,  lieber  Leser,  und  schaue  im  Geiste
einen  Augenblick  hinein  in  die  stille  Werkstatt  zu  Nazareth
und  schaue  Jesus  an,  wie  er  dort  arbeitet.  In  rauhem
Arbeitskittel  steht  er  da  und  wischt  sich  eben  den  Schweiß
von  der  Stirne.  Der  demütig  arbeitende  Gottessohnwelch -
  ein  Bild!  So  großartig,  so  erhaben,  daß  unsere  in
Digitalisierungsvorlage.
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Erzbischöfliche  Akademische
Max-Planck-Institut  für  Bildungsforschung
lerbor
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Aax  Planck  Inst
            
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