Objekt : Girtanner, Christoph: Anfangsgründe der antiphlogistischen Chemie

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Zufolge  der  Versuche  des  Hrn.  Guyton  ist  das  sicherste ¬
  Mittel,  die  Bernsteinsäure  zu  reinigen,  das  einzige,
worauf,  bei  genauen  Versuchen,  gerechnet  werden  kann,
dieses,  daß  man,  zu  verschiedenen  malen,  Salpetersäure
darüber  abziehe,  zugleich  aber  die  Vorsicht  anwende,  daß
das  Feuer  nicht  stark  genug  sei,  um  dieselbe  zu  sublimiren. ¬

Guyton  bemerkt  ferner;
Erstens.  Daß  diese  Säure  in  die  Klasse  derjenigen
Säuren  gehöre,  welche,  durch  eine  neue  Verbindung  ihret
Basis,  zerstört  werden.  Sie  löst  sich  auf,  in  kohlengesäurtes ¬
  Gas,  in  gekohltes  Wasserstoffgas,  und  in  Kohlenstoff.
Zweitens.  Daß  diese  Säure,  ohne  sich  zu  verflüchtigen, ¬
  eine  Temperatur  aushalten  kann,  welche  fähig  ist,
ihre  Zerlegung  zu  bewirken.
Drittens.  Daß,  während  ihrer  Zerlegung,  ein  Theil
ihrer  Bestandtheile  sich  auf  solche  Art  wieder  zusammensetzen ¬
  und  verbinden,  daß  Essigsäure  entsteht.
Viertens.  Daß  die  Bernsteinsäure  nicht  sowohl  zu
den  thierischen,  als  zu  den  Pflanzen-Säuren  gerechnet  werden ¬
  muß.
Die  Thiersäure  (acide  Zoonique)  ist  eine  Entdeckung
des  Hrn.  Berthollet.  Sie  findet  sich  in  allen  thierischen
Theilen  sowohl,  als  in  dem  Kleber  des  Mehles.  Um  diese
Säure  zu  erhalten,  mischt  man,  zu  der  Flüssigkeit,  welche
man  bei  der  Destillation  thierischer  Theile  erhält,  nachdem
das  Ol  davon  abgeschieden  worden,  Kalkerde,  und  läßt
diese  Mischung  kochen,  um  das  kohlengesäurte  Ammoniak
zu  ertfernen.  Sobald  der  Geruch  nicht  mehr  beissend  ist,
wird  die  Flüssigkeit  filtrirt,  man  setzt  derselben  Kalkerde  zu,
und  läßt  sie  abermals  aufwallen,  um  sie  von  allem  Ammoniak ¬
  zu  befreien,  bis  der  Geruch  desselben  gänzlich  verschwindet. ¬
  Das  Rückbleibsel  enthält  thiergesäurte  Kalkerde.
Es  wird  filtrirt.  Weil  aber  noch  etwas  ungebundene  Kalkerde ¬
  in  der  Mischung  enthalten  ist:  so  setzt  man  entweder
kohlengesäurtes  Wasser  hinzu,  oder  man  leitet  kohlengesäurtes ¬
  Gas,  vermittelst  einer  Röhre,  in  dieselbe,  um  die
            
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