Contents : Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Germanistische Abteilung (Bd. 29 (1908))

Daa karolingische Zehntgebot.

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mindestens auf lange hinaus, an eine Rückgabe des ent-
zogenen Kirchengutes nicht zu denken sei, und gelangt der
Zehnt durch königliche Verordnung von Reichs wegen zur
Einführung.
Drängt sich da nicht von selbst und mit zwingender
Überzeugungskraft die Vermutung auf, daß beides in ursäch-
lichem Zusammenhang stehe?x) Die fränkische Kirche be-

J) Den Langobarden war bis nach dem Fall ihres Reiches der
Zwangszehnt unbekannt (oben 8.193 mit Anm. 3), trotzdem in Italien
das kirchliche Zehntgebot lebendiger in Erinnerung geblieben sein
dürfte als anderswo. Die Langobarden hatten eben auch keine
Eirchengutsfrage. Auch das spricht für die von uns vertretene Ansicht
über die Gründe der Einführung des Zehnten bei den Franken. —
Übrigens sagt schon Montesquieu, De l’esprit des lois, livre XXXI,
chap. XII: Les reglements faits sous le roi Pepin avoient plutöt donne
ä l’Eglise l’espbrance d’un soulagement qu’un Soulagement effectiv; et,
comme Charles-Märtel trouva tont le patrimoine public entre les
mains des ecclesiastiques, Charlemagne trouva les biens des eccle-
siastiques entre les mains des gens de guerre. On ne pouvoit faire
restituer ä ceux-ci ce qu’on leur avoit donne; et les circonstances oü
l’on etoit pour lors rendoient la chose encore plus impraticable qu elle
n’etoit de sa nature. D’un autre cöt4, le christianisme ne devoit pas
perir, faute de ministres, de temples, et d’instructions. Cela fit que
Charlemagne etablit les dimes. Irrt er auch in der Zuschreibung der
Maßregel an Earl und geht ihm auch, schon weil die Geschichte der
fränkischen Eirchengutseinziehungen zu seiner Zeit noch nicht so klar-
gestellt war wie heute, eine genauere Einsicht in den Zusammenhang
der Dinge ab, geahnt hat er, von allen Bisherigen meines Wissens
der Einzige, doch schon die Verknüpfung der Einführung des Zehnten
mit dem Verzicht auf die Rückgabe des Eirchengutes, wie wir sie
in unseren Darlegungen wahrscheinlich zu machen suchen. Wenn
er aber fortfährt: nouveau genre de bien qui eut cet avantage pour
le clerge, qu'stant singulibrement donnä ä l’Üglise, il fut plus aisb
dans la suite d en reconnoltre les usurpations und später M. J. Garnier,
Dbnombrement du temporel de l'6vßch6 d’Amiens en 1801, Memoires
de la socibtb des antiquaires de Picardie, 2öme sbrie, tome VII, Paris
1860 p. 123 (vgl. dazu Pöschl I 8.143 Anm. 1) sagt: C’est ä l’occasion
de cet appauvrissement des revenus temporeis de l’Eglise (durch die
Säkularisationen) que l'on eut recours aux dimes pour faire subsister
les ecclesiastiques. Mais cette nouvelle ressource ne fut pas elle-
mgme ä l’abri des invasions, et les grands seigneurs qui, ä l’exemple
des rois, s’ätaient emparbs des biens pour les donner en fiefs aux gentils-
hommes en usferent de meine ä l’bgard des dimes, so bemerkt man

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